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"Komm, geh mit auf den Weg der Kontemplation!"
Folge 1
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Vorüberlegungen
Unsere gesellschaftliche Situation ist gekennzeichnet von einem Überangebot an Sinnentwürfen bei einem gleichzeitigen Verlust an verlässlichen Normen und Werten, die Orientierung und Entscheidungshilfen geben.
Die Pluralisierung der Lebensformen macht es nicht mehr möglich, allgemein gültige und verbindliche Konzepte vom "richtigen Leben" zu formulieren. Im Zuge gesellschaftlicher Individualisierung haben die traditionellen Instanzen der Sinnvermittlung an Bedeutung verloren oder eingebüßt.
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In der Kirche hat der gesellschaftliche Veränderungsprozess zu großen Verlusten an traditioneller Kirchlichkeit geführt. Doch die Fragen nach persönlicher und spiritueller Identität sind hoch im Kurs. Viele Menschen suchen nach den verborgenen Quellen gläubiger Lebensgestaltung, nach einem "Ort", wo sie Lebensdeutung und Lebenshilfe erfahren und sich ihnen die Chance bietet, im Glauben nach dem Vorbild Jesu menschlich zu wachsen und zu reifen.
Diese Situation ist eine große Herausforderung und muss als Chance verstanden werden.
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Geistliche Begleitung steht in einer langen kirchlichen Tradition. Im frühen Mönchtum wurde geistliche Begleitung in erster Linie als Mystagogie verstanden, als Hinführung zur Kontemplation, zur Begegnung mit dem Geheimnis Gottes. Es waren und sind Menschen mit Lebenserfahrung, die kampferprobt im Umgang mit Leidenschaften, Bedürfnissen, Gefühlen, Schwächen und Verletzungen nicht untergegangen sind und an Gott festgehalten haben.
Neben dem jahrelangen Kampf um die Läuterung des Herzens braucht geistliche Begleitung die Gabe der Herzenserkenntnis und die Gabe der geistlichen Unterscheidung. Beide Charismen sind Gaben des Heiligen Geistes, nicht Fähigkeiten, die man nach einer bestimmten Methode erwerben kann.
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Machen wir uns mit Freude auf den Weg, Gott in unserem Herzen zu finden; denn er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben!
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Ihr Diakon Jürgen Wies
► Folge 2 |
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