Kaplan Celso Sánchez-Rosario

Tel.: 0212-64505555

E-Mail: celso-mateo.sanchez-rosario (ät) erzbistum-koeln.de 

 

Gebürtig bin ich aus der Dominikanischen Republik, lebe aber seit 15 Jahren in Deutschland. Die Priesterweihe habe ich am 19.06.2009 im Kölner Dom empfangen. Meine erste Kaplansstelle hatte ich in Wachtberg. Seit 2014 bin ich als Kaplan in Solingen-Mitte/Nord. Die Spendung der Sakramente gehört zu meinen Hauptaufgaben. Zudem bin ich in Mitte/Nord zuständig für den Kontakt zu einigen Schulen, die Erstkommunionvorbereitung, dieTaufkatechese, die religionspädagogische Arbei tin den Kindergärten und Mitglied im Pfarrgemeinderat. Des Weiteren kümmere ich mich um einenTeil der Messdienerarbeit. Ich bin Ansprechpartner für die Gemeinde St. Mariä Himmelfahrtin Gräfrath, Mitglied im dortigen Ortsausschuss und Präses der St. Sebastianus Schützenbruderschaft.

 

Interview

„Puh, ein wenig sperrig ist der Name ja schon, hoffentlich wird das Interview nicht genauso sperrig.“ dachte ich, als Konrad Meyer mich am Erntedankgottesdienst ansprach, ob wir als Familie nicht ein Interview mit unserem neuen Kaplan machen möchten.

„Ach, das wird schon werden“. Um den Menschen hinter dem langen Namen kennenzulernen, haben wir ihn zum Mittagessen eingeladen.
„Wein“? - „Hatte ich heute schon zweimal, aber das ist kein Problem. Wir Priester müssen an den Sonntagen immer ein wenig vor der Polizei auf der Hut sein.“ antwortete Kaplan Sanchez verschmitzt.

 

Lea: Hallo Kaplan Sanchez. Hier unsere erste Frage: Wie alt sind Sie?
Kaplan Sanchez: Ich wurde am 10. Mai 1977 geboren.

Lea: Und wo?
Kaplan Sanchez: In San Francisco. Familie: (verdutzte Gesichter) Kaplan Sanchez: In San Francisco de Macoris in der Dominikanischen Re-publik (grinst) und zwischendurch habe ich auch in La Vega gewohnt (grinst immer noch).

 

Lea: Und haben Sie noch Geschwister und Eltern?

Kaplan Sanchez: Ja, ich habe noch zwei Brüder und drei Schwestern. Meine Eltern heißen Timoteo Sanchez de la Cruz und Ramona Rosario. Daher auch mein langer Name. 

 

Lea: Haben Sie Hobbys?
Kaplan Sanchez: Ja, Schach und Kino. Meistens Heimkino. Ich hatte hier noch keine Zeit, in ein richtiges Kino zu gehen. Ich würde gerne den Film mit den Schildkröten sehen. Als Kind kam die erste Folge der Turtels.

 

Paulina: Seit wann sind Sie in Deutschland?
Kaplan Sanchez: Ich bin seit 14 Jahren, einem Monat und sechs Tagen in Deutschland.

 

Paulina: Und warum gerade nach Deutschland?
Kaplan Sanchez: Ah, das ist eine spannende Geschichte. Als ich ins Priesterseminar eingetreten bin, da war ich zwei Jahre lang in Santo Domingo, da habe ich Theologie studiert. Und da wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, ins Ausland zu gehen. In ein Land, wo es weniger Priester gibt. Da habe ich gesagt: „Ja, ich bin bereit.“ Und da wurde ich eingladen zu einem Treffen in Italien. Da waren noch ganz viele andere, die gefragt wurden, ob sie bereit wären, ins Ausland zu gehen. Wir sind in einem Priesterseminar mit Sitz in Bonn, das im Jahre 2000 von Kardinal Meisner gegründet wurde. Das ist ein internationales, missionarisches Seminar. Und aus diesen speziellen Seminaren, es gab damals etwa 60 davon (heute sind es hundert), sind wir für fünf Tage in Italien zusammengekommen. Wir haben geredet, die heilige Messe gefeiert, gebetet und den Bischöfen zugehört. Am Ende, am letzten Tag waren wir alle in einem großen Zelt und der Leiter des Treffens hatte zwei Körbe vorbereitet: einen Korb mit den 60 Seminaren, die es auf der Welt gab, und einen Korb mit unseren 350 Namen. Dann hat er Zettel gezogen. Z. B.: „In ein Seminar in Kamerun, Angola oder Tansania gehen 10 Seminaristen.“ Dann hat er die Namen dazu gezogen. Danach: „In ein Seminar nach Köln gehen 10 Seminaristen.“ Dann hat er angefangen zu ziehen. „Aus der Dominikanischen Republik.....Celso Sanchez........“ Da bin ich aufgestanden, ich hatte nicht damit gerechnet.

Ich hatte gehofft, nach Hause zurückzufahren. Da ich noch ein paar Fächer in Santo Domingo belegen musste, dachte ich das. Ich hatte mein Vordiplom noch nicht. Also, da bin ich aufgestanden und der Leiter fragte: „Celso, bist du bereit?“ „Ja!“, hab ich gesagt. Also ab nach vorne auf einen der zehn Stühle. Dann wurden die Namen der anderen Seminaristen gezogen und ein Foto gemacht. Dann sind wir zurück auf unsere Plätze gegangen. Da hab ich dann den Seminaristen neben mir gefragt:

„Wohin werde ich geschickt?“ Und er hat gesagt: „Du bist nach Köln geschickt worden.“ Und ich habe g fragt: „ Köln? Wo ist das?“ „Deutschland!“, hat er geantwortet. „Deutschland? Ui...“ und da hab ich nichts mehr gesagt. Abends sind wir dann ins Hotel gegangen und ich habe mit meiner Mutter telefoniert. Ich hab ihr erzählt, dass ich ausgesandt wurde. Nach Deutschland. Und sie hat gesagt: „Oh, warum soweit weg?“ Na ja... Später habe ich dann einige Seminaristen aus Köln getroffen, die haben gesagt: „Hast du ein Bild von der Sonne? Wenn nicht, dann mach morgen eins. Denn Du kommst nach Deutschland, und da scheint nie die Sonne...“ Das war hart. Und am nächsten Tag war ich schon in Köln.

 

Paulina: Und, konnten Sie da schon etwas auf Deutsch sagen?
Kaplan Sanchez: Ja, „Volkswagen”, „Kindergarten” und „Arnold Schwarzenegger”. Ich habe dann erst später erfahren, dass Arnold Schwarzenegger Österreicher ist.

 

Marius: Und, Sie haben nie wieder die Sonne gesehen? Dabei scheint doch gerade in Köln immer die Sonne.
Kaplan Sanchez: Und in Solingen?

Marius: Solingen ist die Stadt mit der zweitgrößten Regenmenge in Deutschland.
Kaplan Sanchez: Und Wuppertal die mit dem meisten Regen?!
Marius: Man sagt, dass Menschen im Bergischen Land mit einem Regenschirm auf dem Bauch geboren werden.

 

Hannah: Haben Sie wirklich eine Gebets-App?
Kaplan Sanchez: Ja, habe ich wirklich. Warum nicht?

Hannah: Aber Sie können auch noch ohne App beten, oder?
Kaplan Sanchez: Ja, natürlich. Aber wir Priester haben dem Bischof bei der Priesterweihe versprochen, täglich das Stundengebet zu beten. Aber manchmal gerät das bei einigen Priestern wohl in Vergessenheit. Im Priesterseminar ist das einfach. Da haben wir unseren Rhythmus. Aber jetzt hier in der Gemeinde sind manchmal so viele Termine, da hilft dann die App doch öfter mal, wieder an das Stundengebet zu denken. Also ein gutes Hilfsmittel.

 

Hannah: Wie nutzen Sie neue Medien noch in Ihrer Seelsorge?
Kaplan Sanchez: Eigentlich nur für die Terminplanung. Der direkte Kontakt zu den Menschen ist mir doch schon sehr wichtig. Und natürlich nutze ich sie, um Kontakt nach Hause zu halten.

 

Hannah: Also auf dem Altar bleibt die Bibel noch aktuell?
Kaplan Sanchez: Also wenn der Küster nicht vergisst, sie auf den Ambo zu legen, aber vorgekommen ist das früher schon einmal.

Marius: Und das ist erlaubt?
Kaplan Sanchez: Also……verboten direkt ist das nicht (grinst). Aber schön ist das nicht.

 

Sandra: Kommen wir nochmal zurück zu Ihrer Ausbildung. Wo waren Sie, bevor sie nach Solingen kamen?
Kaplan Sanchez: In Much war ich drei Jahre. Much das liegt im Rhein- Sieg-Kreis, das erste Jahr als Praktikant, das zweite Jahr als Diakon und im dritten Jahr als Neupriester. Ich durfte, weil der Pastor in mich auch Zeit investiert hat, ihm ein Jahr als Neupriester zur Seite stehen. Danach hatte ich meine erste Kaplanstelle in Wachtberg. Das ist soweit weg, dass ich, wenn ich noch weiter gegangen wäre, zum Bistum Trier gehört hätte. Da war ich vier Jahre.

 

Sandra: Und, sind Sie denn in Solingen schon richtig angekommen?
Kaplan Sanchez: Ja, ich fühle mich sehr wohl hier. Das darf ich allerdings eigentlich gar nicht zu laut sagen, weil es mir in Much und Wachtberg auch sehr gut ging. Aber Gott wird es schon richten.

Marius: Ja, wir werden sehen. Ist die Arbeit im Seelsorgeteam schon fertig aufgeteilt?

 

Kaplan Sanchez: Ja, ich werde mich um Kinder- und Jugendseelsorge kümmern. Bei allen vier Kindergärten bin ich für den Bereich Religionspädagogik zuständig. Die Schulmessen mache ich in St. Engelbert und St. Michael. Weiterhin bin ich für die Messdiener zusammen mit Konrad Meyer zuständig. Und ich freue mich schon auf meine neuen Aufgaben hier in MiNor.Marius: Auch wir freuen uns auf Sie. Vielen Dank für das Interview.

 

 

Fazit: Auch wenn der Name zuerst wirklich etwas sperrig ist; der Mensch, den wir an diesem schönen Sonntagnachmittag kennenlernen durften, ist es überhaupt nicht.

 

Familie Scheffler

aus: MiNor SPEKTRUM Advent 2014