Steuerungsgruppe "Neue Wege in der Pastoral"

Warum sollen wir denn neue Wege gehen? Die alten sind doch gut genug!

Zur Zeit findet das Gemeindeleben noch in den gewohnten Strukturen statt: Es gibt die Gremien (Pfarrgemeinderat, Ortsausschüsse), die Gruppen (z.B. Jugend, Eine-Welt, Frauen, Gottesdienstkreise) und die regelmäßigen und besonderen Gottesdienste. Nach unserer Auffassung und nach der Meinung der Bistumsleitung wird dies so nicht  Bestand haben. Um von der Entwicklung nicht überrascht zu werden, wollen wir schon jetzt Konzepte überlegen, die auch nach 2020 lebendige Gemeinden ermöglichen.

 

Richtungsweisend sind die sechs Thesen, die der ehemalige Generalvikar Dr. Stefan Heße formuliert hat.

  • Wir brauchen eine Veränderung unserer Aufmerksamkeit: von den fünf Prozent, die zu uns kommen, zu den 95 Prozent, die nicht am kirchlichen Leben teilnehmen, und darüber hinaus.
  • Wir werden uns immer stärker als Netzwerk kirchlicher Orte organisieren, an denen Menschen auf spezifische Weise in Selbstverantwortung Kirche gestalten. In diesem Netzwerk wird es auch Zentren geben.
  • Die Pastoral wird viel differenzierter und an den Lebenswelten der Menschen ausgerichtet sein müssen.
  • Die hauptamtlichen Pastoralen Dienste werden in erster Linie Ermöglicher (Facilitator, Entwickler, Trainer, Coach...) sein. Es gibt keine Priester in der zweiten Reihe.
  • Der Dienst des Pfarrers besteht im Besonderen darin, das pastorale Netzwerk spirituell und strategisch zu leiten, Garant von Einheit und Vielfalt zu sein und für die Unterscheidung der Geister zu sorgen.
  • Dies dient letztlich dazu, dass Getaufte und Gefirmte ihre Berufung und ihr Charisma entdecken und in den Dienst des Ganzen stellen können.

In einem ersten Treffen haben die TeilnehmerInnen festgestellt, dass für die meisten aus der Runde der entscheidende Impuls zum "Dabeibleiben" oder zum "Dazukommen" durch persönliche Kontakte und Zeugnisse entstanden ist.

 

Diese Erkenntnis passt zu den Aussagen der relationalen Christologie: Jesus von Nazareth wird in den neutestamentarischen Texten beschrieben als einer, der auf die vielfach gestörten Beziehungen der Menschen durch die Stiftung neuer Beziehungen reagiert.

 

Die Steuergruppe wird sich in der nächsten Zeit mit einem zukunftsfähigen Gemeindebild beschäftigen und die folgenden Aspekte bearbeiten:

  • ein Gesamtkonzept für die Nachbetreuung von "SakramententeilnehmerInnen" entwickeln
  • familienartige Netzwerke intitiieren
  • Gemeindesonntage "Kirche erlebbar machen" durchführen
  • regelmäßige Treffen nach den Gottesdienstes unterstützen
  • eine Befragung der Aktiven / Kirchgänger / Gemeindemitglieder durchführen

In der Gruppe arbeiten folgende Personen mit: Ulli Albert, Bernhard Dobelke, Christian Feistauer, Heinz-Georg Honnef, Lucie Kirschbaum, Bea Klein, Stephan Mertens, Konrad Meyer, Sven Muschallik, Katharina Nieboy, Annette Röder, Sabine Schlemminger

Wie alles begann

Zu Jahresbeginn 2013 kam ein neuer Gedanke im MiNor–Land auf: Fusion - die Zusammenlegung aller vier Gemeinden zu einer Gesamtgemeinde. "Was soll das? Das brauchen wir nicht! Ich will meine Kirche behalten! Es ist doch gut, wie es ist! Das gibt nur einen Einheitsbrei!" - das Thema berührte viele in MiNor höchst emotional. 

Nach der ersten Aufregung haben sich  die  Gremien  der  vier  Kirchen und der Pfarrgemeinderat entschlossen, zunächst eine Projektgruppe ins Leben zu rufen. Die Aufgabe der Gruppe, die sich im September 2013 zum ersten Mal traf, soll es sein, das Für und Wider einer Zusammenlegung der vier Gemeinden zu einer Gemeinde offen zu erarbeiten und dies zunächst den Gremien zur Diskussion vorzustellen.

 

Fusion darf man dabei nicht nur auf die  Änderung  der  Rechtsform  von MiNor und die Verringerung der Kirchenvorstände reduzieren. Das würde bedeuten, dass die Struktur von der Pastoralarbeit (Seelsorge) abkoppelt würde. Damit wäre niemandem geholfen. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Veränderungen (weniger Katholiken, allgemeiner Rückgang der Bevölkerung, Priestermangel, etc.) muss eine mögliche Fusion offen betrachtet werden und kann dabei wie folgt verstanden werden:

Als Suche nach einer optimierten Verwaltungsstruktur, die auf UNSERE Bedürfnisse zugeschnitten ist, damit WIR auch in der Zukunft – trotz der angesprochenen Veränderungen – unser aktuelles, sehr lebendiges Gemeindeleben weiterführen können. Einfach gesagt: es soll das bestmögliche Verwaltungsfundament gefunden werden, auf dem unser Glaube und unsere Gemeinde in der Zukunft bestehen kann.


Schließlich muss die Projektgruppe alle Gegebenheiten und Feinheiten von MiNor berücksichtigen, denn im Mittelpunkt stehen WIR – die Gemeindemitglieder, die Seelsorge und das Gemeindeleben.

 

Über einen lebendigen Austausch freuen wir uns sehr; daher möchten wir Sie herzlich dazu einladen, uns nach der Messe oder bei anderer Gelegenheit  anzusprechen. Denn nur im offenen Dialog miteinander können alle Facetten betrachtet werden und in die Überlegungen einfließen.