Perukreis: Hunger in der Welt

Wir lassen sie verhungern - Massenvernichtung in der 3. Welt - Erschreckendes und aufrüttelndes Buch von Jean Ziegler, dem langjährigen Sonderberichterstatter der UNO für das Recht auf Nahrung

 

Haben Sie es gewusst:

Der Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale, und kulturelle Rechte lautet: „Das Recht auf Nahrung ist das Recht, unmittelbar ... einen regelmäßigen ... Zugang zu einer qualitativ und quantitativ ausreichenden Nahrung zu haben, ..."

 

Aber die Wirklichkeit sieht anders aus:

Jedes Jahr sterben etwa 18 Millionen Menschen an Hunger und ca. 900 Millionen, also mehr als 10% der Weltbevölkerung ist, leiden an Hunger. Und die absoluten Zahlen sind seit der Mitte der 1990-er Jahre wieder steigend. Die Verteilung auf die Kontinente ist dabei sehr unterschiedlich: ca. 60% Hungernde leben in Asien und 25% in Afrika.

Dabei gibt es den Hunger durch eine zu geringe Kalorienzufuhr – Unterernährung – aber auch durch den Mangel an Vitaminen und Spurenelementen – Mangelernährung, die dann oft zu unheilbaren Krankheiten oder zu schwersten Schäden an Geist und Psyche führt. Diese Mangelernährung ist natürlich besonders für schwangere Frauen gefährlich, da dann die Neugeborenen schon geschädigt das Licht der Welt erblicken.

 

Und das alles in einer Welt, in der nachweislich genügend Nahrungsmittel für alle Menschen auf der Welt produziert werden könnten:

  • Agrarkonzerne kaufen den fruchtbaren Boden in Ländern, in denen die Menschen auf dem Land an drastischer Unterernährung leiden, und exportieren die Nahrungsmittel auf gewinnbringende Märkte
  • fruchtbare Ländereien werden anstatt für regionale Grundnahrungsmittel für die Fleischerzeugung genutzt
  • die bisherige Überschussproduktion z.B. der USA, die als Nahrungsmittelhilfen in die Länder des Südens gingen, werden jetzt zunehmend zu Agrarbenzin verarbeitet
  • durch die Erzeugung von Agrarbenzin werden z.B. in Brasilien die Anbauflächen für Zuckerrohr zu Lasten der Nahrungsmittelerzeugung vergrößert oder das Angebot auf dem Weltmarkt verknappt (Land Grabbing)
  • viele kleine Parzellen, die jeweils eine Familie ernähren, werden aufgekauft und zusammengelegt, schaffen allerdings zumeist nicht die versprochenen Arbeitsplätze
  • Nahrungsmittelkontingente werden an den entsprechenden Börsen spekulativ gehandelt, d.h. sie werden aufgekauft, um sie mit Gewinn weiter zu verkaufen und nicht ihrem eigentlich Zweck zuzuführen

Leider ist die politische Wirksamkeit der beiden großen Ernährungsorganisationen der UNO (FAO = Food and Agriculture Organisation; WFP = World Food Program) nicht so gut wie diejenige der Organisationen für Wirtschaftsfragen. Nach Einschätzung von Jean Ziegler ist es das Konzept des Neoliberalismus und des Freihandels der wesentlichen Anteil an der schrecklichen Situation in den Ländern des Südens hat.

 

Und was kann ich tun?

Ich denke, dass wir uns als Christen zunächst einmal mit dieser Menschheitsfrage des Hungers befassen müssen und am Schicksal der Menschen Anteil nehmen sollen. Des Weiteren können wir uns politisch einmischen, Petitionen unterschreiben, bei Wahlen entsprechend wählen.

Auch durch unser alltägliches Handeln können wir etwas bewirken:

Wir können auf unseren Fleischkonsum achten, gelegentlich oder besser regelmäßig fair gehandelte Produkte im Eine-Welt-Laden kaufen und bei den Geldspenden Organisationen bedenken, die direkte und nachhaltige Hungerhilfen z.B. durch eine Tierpatenschaft leisten.

Stephan Mertens - Tel. 814447 oder stm.sg (ät) t-online.de