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Geschichte der Kirchengemeinde St. Nikolaus in Dürscheid
ca. 700
nach einer unbelegten Überlieferung Schenkung des Hofes Dursten an die Gemeinschaft der
Frauen von St. Maria im Kapitol in Köln durch Plectrudis, der Frau des merowingischen Hausmeiers
Pipin von Heristal (Pippin der II oder Mittlere, 679 – 714, Urgroßvater Karls des Großen).
Der Hof brachte zusammen mit weiteren Höfen (zeitweilig bis 150) der Gemeinschaft das nötige Geld
für ihren Bestand ein.
ca.11.Jh.
Da das Bergische Land erst nach Karl dem Großen, also im 9. und 10. Jh. besiedelt wurde,
dürfte der Hof Dursten erst in dieser Zeit an das Stift Maria im Kapitol gelangt sein (urkundlich
belegt ist die Schenkung erst im 11. Jh.). Zu dieser Zeit ist schon von einem Betraum oder einer
ersten Holkapelle auf dem Hof Dursten auszugehen. 1351 erste urkundliche Erwähnung des Kirchspiels
Dürscheid
1413
Seelsorglich wird Dürscheid Filiale der Pfarrei Herkenrath, in der die Johanniter 1224 die
Seelsorge übernommen und später im nahen Herrenstrunden eine Kommende erbaut hatten.
ca. 1280
wurde die erste Kirche aus Stein errichtet. Aus dieser Zeit stammt der noch heute die Kirche
zierende romanische Turm (Nachweis an Holzresten durch C14-Methode: 1280 +/- 40 Jahre). Für das
heutige Langhaus ist er viel zu klein, hatte jedoch für die erste Kirche genau die richtigen Maße.
1509
Johannes Weidmann wird als erster namentlich für Dürscheid ernannter Seelsorger mit der
Bezeichnung "Capellan in Dürssen" erwähnt
1555
Bestätigung von Dürscheid als Filialkirche von Herkenrath
ab Mitte 17. Jh.
Loslösebestrebungen Dürscheids von Herkenrath
Der Streit entzündet sich an Gebühren, die zeitweilig sowohl an den Kaplan in Dürscheid als
auch an den Pfarrer in Herkenrath - also doppelt - zu zahlen sind.
1727
Bau eines neuen Langhauses der Kirche unter Vizekuratus Peter Schumacher wegen Vergrößerung
der Bevölkerung auf 289 Katholiken und wegen Baufälligkeit der alten Kirche (teilweise Einsturz des
Langhauses).
Der Turm bleibt stehen, erhält jedoch ein neues Dach. und wird überholt (Stahlanker zeigen
außen die Jahreszahl 1727).
1797
Gründung einer Stiftung zur Errichtung eines Schulhauses. 1800 / 01 Bau der Vikarie und
Einsetzung des ersten Schulvikars Johannes Erlenbusch.
Nach Einführung von hauptamtlichen Lehrern und Errichtung eines neuen Schulgebäudes (Mitte
des 18. Jh.) begrenzt sich die Aufgabe der Vikare auf die Seelsorge; die Vikarie dient zeitweilig
auch den Pfarrern als Wohnung.
1816
Dürscheid wird unter Pfarrer Christian Wilhelm Selbach nach 400 Jahren Abhängigkeit von
Herkenrath selbständige Pfarrgemeinde. 1827 Bau und Inbetriebnahme der ersten Dürscheider
Kirchenorgel mit 10 Registern
1869
Gründung der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft
1879
Gründung des Kirchenchores
1880
Errichtung eines neuen Friedhofes oberhalb der Kirche am Weg nach Spitze. Bis dahin befand
sich der Friedhof rund um die Kirche
1894
die Hoflagen Blissenbach, Weyermühle, Hauserhof und Meiswinkel – "Obersand" genannt
wegen ihrer pfarrlichen Zugehörigkeit zu Sand – und die Ortsteile Steeg, Winterberg,
Katharinaglück, Calenberg, Jähhardt und Dürscheiderhütte – bisher zu Kürten gehörig –
werden der Pfarre Dürscheid zugeordnet
1895
wieder Bau eines neuen Langhauses an den alten Kirchturm, der auch diesmal aus Kostengründen
stehen blieb. Der Langhausbau war nötig, da der vorherige Bau einsturzgefährdet und die Bevölkerung
durch die Industrialisierung (Eisenerzverarbeitung u. a.) stark angestiegen war. Der Bau wurde vom
Architekten W. Sülzenfuß aus Düsseldorf im neugotischen Stil errichtet.
Im gleichen Jahr wird auch ein neues Pfarrhaus errichtet, das vom damaligen Pfarrer Johann
Voß erstmals bezogen wurde. Bis dahin war das Pfarrhaus vermutlich ein Teil des ehemaligen Hofes
Dursten und stand direkt rechts neben dem jetzigen Pfarrhaus näher zur Kirche hin.
1925
Errichtung einer neuen Orgel mit 21 Registern
1933
Einbau der ersten Warmluftheizung in die Kirche und Anschaffung von 3 neuen Glocken. Die
alten Glocken waren im 1. Weltkrieg konfisziert worden, (Ausnahme: Nikolausglocke von 1500.)
1942
erneute Konfiszierung der Glocken für Kriegszwecke. Auch die mehr als 400 Jahre alte
Nikolaus-Glocke wird abtransportiert.
1956
Anschaffung von 3 neuen Glocken. Guss wie auch 1933 durch die Firma Petit & Gebr.
Edelbrock in Gescher, Westfalen.
1963
Errichtung der jetzigen Orgel durch die Firma Weyand mit 19 Registern.
Gründung des Sportvereins DJK Dürscheid
1964
Gründung der Frauengemeinschaft (kfd).
Gründung des Nikolausvereins (zur Förderung der Kirchenrenovierungen)
1965
Bau des Jugendheimes und des Küsterhauses gegenüber dem Pfarrhaus durch Pfarrer Heinrich
Pohl. Architekt war Prof. Georg Maria Lünenborg.
1965-87
Einbau der 14 neuen Kirchenfenster von Hans Lünenborg mit den Motiven der 14 Werke der
Barmherzigkeit
1970
Innenrenovierung der Pfarrkirche mit Chorraumumgestaltung und Modernisierung der Heizung. Von
September bis Dezember wird der Gottesdienst im Jugendheim gefeiert.
1974
Fertigstellung und Einweihung des Montessori-Kinderhauses unter Pfarrer Heinrich Pohl
1975
1. Pfarrfest
1976-77
Erneuerung der Kirchenfundamente wegen Einsturzgefährdung des Langhauses
1979-80
Erneuerung des Mauerwerks der Kirche. Die Gottesdienste finden vom 10.3.79 - 23.3.1980 in der
Mehrzweckhalle statt.
1988
Nach vielen Jahrhunderten wohnt der Pfarrer wieder nicht in Dürscheid. Aufgrund des
herrschenden Priestermangels bekommt Pfarrer Josef Prinz, wohnhaft im Pfarrhaus Biesfeld, Dürscheid
als 2. Pfarrei zugeteilt. Ins Dürscheider Pfarrhaus zieht Udo Casel als 1. in Dürscheid wirkender
ständiger Diakon mit Familie ein.
1993
Gründung des Seelsorgebereichs Kürten. Dazu zählen die Pfarrgemeinden Kürten, Olpe, Biesfeld
mit Offermannsheide und Dürscheid. Für diese Gemeinden werden die Pfarrer Kramm und Prinz gemeinsam
ernannt. Ferner werden die Diakone Scheurer und Casel für alle 4 Pfarrgemeinden vom Bischof
ernannt. Intern regelt das neue "Seelsorger-Team" die Aufgabenverteilung so, dass zunächst jeder
Seelsorger an dem Ort für die Pastoral zuständig ist, an dem er auch wohnt. Die Gemeindeleitung mit
KV-Vorsitz liegt in den Gemeinden Biesfeld und Dürscheid bei Pfr. Prinz, in Kürten und Olpe bei
Pfr. Kramm. Darüber hinaus wird Pfr. Prinz zum Moderator ernannt. Als solchem ist ihm die Aufgabe,
der Zusammenarbeit im Seelsorgebereich vom Bischof übertragen worden.
1999
Ab August ist die Pfarrgemeinde auch im Internet zu finden.
2000
Ausscheiden von Pfarrer Kramm aus dem Seelsorgerteam des Seelsorgebereiches. Ernennung des
Gemeindereferenten Johannes Euteneuer.2001
Einführung von Pater Janusz als Nachfolger von Pfarrer Kramm
Entscheidung aller KVs und PGRs aus dem Seelsorgebereich einen Pfarrverbund zu installieren
2004
Verabschiedung von Pfarrer Josef Prinz und Einführung des neuen Pfarrers und
Pfarrverbandsleiters Harald Fischer. Pfr. Fischer wird 1. Vorsitzender aller KVs und des
Kirchengemeindeverbandes. Pater Janusz wird Weltpriester und zum Ende des Jahres Pfarrvikar mit dem
Titel Pfarrer.
2005
Subsidiar Pater Georg Ender SDB verstirbt am 30. März, er war seit 1991 in unserer Gemeinde
an den Wochenenden tätig.
Versetzung und Abschied von Diakon Udo Casel nach Königswinter-Thomasberg. GR Johannes
Euteneuer wird Ansprechpartner für Dürscheid und zieht mit seiner Frau von Olpe um ins Dürscheider
Pfarrhaus
2007
Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln ernennt am 17. Oktober 2007 Herrn Pfarrer
Harald Fischer zum Dechanten des Dekanates Altenberg.
2008
Die Pfarrgemeinde St. Antonius Bechen gehört nun zum Pfarrverband Kürten.
Das Jugendheim wird erweitert und in Kooperation mit der Zivilgemeinde Kürten umgebaut. Diese
kaufte die obere Etage das Pfarrheimes zur Unterbringung der "Offenen Ganztagsschule" (OGATA). Ein
kleiner Erweiterungsbau auf der Rückseite des Pfarrheimes und die Erschließung des separaten
Obergeschosses über eine Freitreppe runden die Baumaßnahme ab.
2010
Zum 01.01.2010 wird die Fusion aller Pfarrgemeinden im Raum Kürten vollzogen. Die neue
Pfarrgemeinde nennt sich St. Marien Kürten, zu ihr gehört die Kirche St. Nikolaus Dürscheid.
Nach jahrelanger Planung wird im Sommer mit der umfangreichen Renovierung des Kirchengebäudes
begonnen. Die Innenarbeiten mit einem in die Mitte gerückten Altar und dem neu platzierten
Taufbecken sind im November weitestgehend abgeschlossen. Die Arbeiten an Dach und Mauerwerk werden
noch bis ins Jahr 2011 fortgeführt.
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