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Der Kirchturm
Der Kirchturm ist der dritte in der Geschichte Bechens. Der erste Turm aus dem 12. - 13. Jhd.
stand auf dem heutigen Kirchspielplatz nahe an der Dorfstraße schräg gegenüber dem haus "König". Er
brannte- wie die gesamte Kirche - am 5.Februar 1866 nach einem Blitzschlag bis auf die Grundmauern
ab.
Am 28.Mai 1876 wurde der Grundstein für eine neue Kirche mit dem zweiten Turm am heutigen
Standort gelegt. Fertiggestellt 1878, drohte der Turm wegen Baumängeln bereits 1890 einzustürzen;
der Abriss erfolgte 1897.
Noch im selben Jahr begannen am 4. August 1897 die Bauarbeiten am heutigen Turm, dessen
bauliche Abnahme bereits auf den 12. Januar 1899 fiel. Die Gesamtkosten betrugen damals 28.880.92
Mk.
Im Januar 1974 musste die alte Kirche wegen Baufälligkeit abgebrochen werden, und es entstand
die heutige Kirche. Da altes Kirchenschiff und Turm eine Einheit bildeten - durch den Turm führte
der Haupteingang zur Kirche - erwies es sich als notwendig, die mit dem Kirchenschiff verbundene
Turmwand zu erneuern und den anderen teilen des Turms baulich anzupassen.
Vom Frühjahr 1991 bis zum Frühjahr 1993 dauerte die große Sanierung des Kirchenturms, die
insgesamt rd. 1,2 Millionen DM kostete. Viele der von außen sichtbaren Bruchsteine wurden
ausgetauscht und die Hohlräume zwischen der ordentlich vermauerten inneren und äußeren Mauerschale
mit Mörtel verpresst. Man ließ den gesamten Turmhelm anheben und zimmermannsmäßig sanieren sowie
Dacheindeckung und Glockenturm erneuern.
Neben der Nische auf der zweiten Turmebene (ca. 10m über Eingangshöhe), die früher den
Durchgang auf das Kirchengewölbe bildete, findet sich ein eingemauerter Stein mit einer Inschrift
aus dem Jahre 1701.
Sie lautet:
"Zur höchsten Ehren Gottes, der heiligen Patronen Anton und Sebastiani hatt der Hochwürdiger
Joan Jacob Lohe, Abt zu Altenberg, Herr zu Rheill und Dirmerzheim, Archidiacon zu Sohlingen und
Bechen etc. mit Hulffe und Beisteuer Kirspelsle ( uten) dies Kirchenschiff ( auferbaut 1701)."
Nach einem Bericht des Amtsmanns Philipp Wilhelm von Bernsau war nämlich das Kirchenschiff
der Bechener Kirche 1613 "gantz zerfallen", so dass sich der damalige Abt von Altenberg, Joan Jacob
Lohe, 1701 genötigt sah, in Bechen ein neues Langhaus zu errichten. Der eingemauerte Stein war der
Schlußstein über der Eingangstüre dieses Langhauses.
Das Läutwerk
 Engelbert Brück Nach dem Neubau der Kirche installierte man
im Jahr 1889 auch drei Glocken. Wegen ihres künstlerischen Wertes - sie sind sehr schön verziert-
entgingen sie der Beschlagnahme im Ersten Weltkrieg. Nur die kleine Glocke der St. Marternus
Kapelle in Schnappe und die zinnernen Prospektpfeifen der Orgel mussten abgegeben werden.
Die Glocken trugen Inschriften zu Ehren:
- der 14 Nothelfer
- der Pfarrpatrone Antonius und Catharina
- des Hl. Johannes
- und der Hl. Magdalena
Im Mai 1942 mussten zwei Glocken an Munitionsfabriken ausgehändigt werden, so dass uns heute
nur eine von 1899 erhalten ist: die dem Hl. Johannes und der Hl. Magdalena gewidmete. Sie ist die
größte im Geläut.
An Allerheiligen 1954 fand die Glockenweihe dreier neuer Glocken statt; das erste elektrische
Läutewerk wurde installiert.
Neben der alten Glocke aus dem Jahr 1899 trägt eine der neuen Glocke dieselbe Inschrift. Ein
Versehen? Die zweite neue Glocke ist Antonius und Catharina geweiht und die dritte erhielt im
gedenken an das Marianische Jahr 1954 eine Inschrift zum Lobe Mariens.- Es gibt also keine Glocke
mehr zum Lob der 14 Nothelfer.
Die Turmuhr
Der Turm erhielt 1899 seine erste Uhr mit zwei Zifferblättern und natürlich mechanischem Uhrwerk.
ein drittes Zifferblatt, der Kirche zugewandt, kam 1974 hinzu. Da die alte Mechanik nur zwei
Blätter bedienen konnte, werden seitdem die Zeiger von Elektromotoren bewegt, die ihre Gangimpulse
jede Minute von einer mechanischen Uhr in der Sakristei erhalten.
Wer mehr wissen möchte, dem sei Das Buch " Das Dekanat Wipperfürth" von Herrn Prof. Peter
Opladen empfohlen ( Siegburg 1955 )
Ausblicke vom Turm über Bechen
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