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Katholische Kirche im Seelsorgebereich Leverkusen Südost

Die Legende des seligen Gezelinus      Die Gezelinquelle     Die Gezelinkapelle

Der Mönch als frommer, wundertätiger Hirte: Die Legende des seligen Gezelinus

Die Gestalt des seligen Gezelinus von Schlebusch ist außergewöhnlich: Geboren ist er im Herzogtum Burgund, wo er schon in jungen Jahren auf alle weltlichen Vorzüge verzichten wollte und in das neu gegründete Zisterzienserkolster Morimond (übersetzt: "Stirb der Welt") eintrat. Wirklich der Welt gestorben ist Gezelinus jedoch nicht; im Gegenteil. Im Jahre 1132 kam er als einer der Gründerväter mit seinen Mönchsbrüdern nach Altenberg - die Stammburg des Grafen Adolf I. von Berg, dessen leiblicher Bruder Gezelinus gewesen sein soll. Der Graf schenkte den Zisterziensern die Burg und das dazugehörige Land.

Gezelinkapelle im Jahr 1929 SchlebuschGezelinus wurden die Schafherden der Abtei anvertraut, die in einem Stall im Gebiet des heutigen Alkenrath waren. Der Hirten-Mönch mußte also das Kloster verlassen und lebte, den niederen Dienst mit Sorgfalt versehend, über viele Jahre in weltlicher Nachbarschaft ein überaus "gottgefälliges" Leben. Seine außerordentliche Frömmigkeit wurde bald ringsherum bekannt.
Sogar der heilige Bernhard von Clairvaux hörte vom außerordentlichen Leben dieses Mannes und schickte ihm seinen eigenen Habit als Geschenk - eine Auszeichnung ersten Ranges! Die Menschen spürten bei Gezelinus eine besondere Gottnähe und kamen gerne zu ihm in allen Fragen des Lebens und der Tierhaltung. Auch in größter Not verließe sich die Leute auf seine Fürsprache bei Gott. Wer sollte helfen, wenn nicht der Mönch Gezelinus? So kam es, dass er bei einer großen Dürre, die in einem Sommer über das Bergische Land und das Dhünn-Tal hereinbrach, sein bis heute wirksames Wunder tat:
 
Flüsse und Brunnen waren in diesem Sommer ausgetrocknet. Seit Wochen hatte es nicht mehr geregnet. Das Wasser für Mensch und Vieh wurde knapp. In ihrer Not kamen die Menschen der Umgebung zu Gezelinus, um ihn um Hilfe und Fürsprache zu bitten. Der fromme Mann sprach ein Gebet und schlug mit seinem Hirtenstab ein Loch in den Boden. Sogleich sprudelte eine Quelle hervor, aus der für Mensch und Vieh Wasser und damit neues Leben trat.
 
Doch auch noch andere Legenden werden vom Seligen (von dem nicht überliefert ist, wann er selig gesprochen wurde) erzählt. So soll ein Engel seinen Hirtendienst bei der Herde übernommen haben, während er selber zur Verehrung der Gottesmutter nach Aachen pilgerte. Der Engel soll die Gestalt und das Aussehen des Gezelinus gehabt haben, so dass seine Abwesenheit nicht auffiel.
 
Im Tod schließlich soll der selige Gezelinus auf das Recht des Begräbnisses in der Kirche in Altenberg verzichtet haben. Er wollte lieber unter der Dachtraufe der Kirche in Schlebuschrath begraben werden, wo er zu Lebzeiten die Messe mit gefeiert hatte. Tatsächlich ist sein Grab - zu dem ebenso wie zur Quelle die Pilgerströme flossen - hier gefunden worden. Heute sind seine Reliquien in der Schlebuscher Pfarrkirche St. Andreas zu finden und im Altenberger Dom.


 

Die Gezelinquelle

"Wunderthätiger Brunn" mit "heylsamen Wasser": Die Gezelinquelle
Im Jahr 1729 berichtet ein Wallfahrtsbüchlein von der besonderen Wirkkraft der Gezelinischen Quelle: Ihr Wasser wirkt vor allem bei Augenleiden, Kinderkrankheiten und Viehseuchen. Aber auch Kopfschmerzen sollen erfolgreich behandelt worden sein.
Von weit her kamen die Pilger zu allen Zeiten, um das Wasser der Quelle zu trinken, oder als Vorrat abzufüllen. Noch heute kommen Einwohner mit Getränkekästen, um die leeren Flaschen an der Kapelle zu füllen.

Die Quelle ist jedoch mehr als nur Wasserspender. Der Besucher der Gezelinkapelle sollte sich einen Moment Zeit nehmen, um das religiöse Bild der Wasserquelle in sich aufzunehmen: Das Wasser ist seit je her und für alle Religionen ein besonderes Zeichen für Leben; die Quelle ein Ort von Mythen und Ziel für Wallfahrten. Wundert es, dass Christus für den Glaubenden "lebendiges Wasser" ist, dass die Taufe durch das Wasser den Menschen reinigt und mit neuem Leben beschenkt?
Durch das Wasser taucht der Mensch ein in eine neue Welt. Er wird hineingenommen in eine andere, lebendige und im guten Sinne "reine" Wirklichkeit. Wenn die Legende erzählt, dass an dieser Stelle Gott auf das Gebet des Gezelinus hin eine solche Quelle sprudeln ließ, um die Not der Menschen zu lindern, so ist dies ein Zeichen seiner Leben spendenden Existenz und Nähe. Im Sprudeln, im Plätschern, in der kühlen Erfrischung durch das Nass aus der Tiefe wird bis heute die Lebendigkeit Gottes und die Jahrhunderte alte Spiritualität dieses Ortes erfahrbar.

Tatsächlich wird das Wasser der Quelle heute mit moderner Technik zu Tage gefördert. Während der Bauarbeiten für den 1957 errichteten Stadtteil Alkenrath wurde der natürliche unterirdische Zufluß gestört und die Quelle versiegte. Da Reparaturen fehl schlugen, wird heute eine Pumpe mit Filteranlage eingesetzt, um das Wasser an der Oberfläche auf Knopfdruck fließen zu lassen. Die Gezelinquelle "fließt" täglich zwischen 8.30 und 11 Uhr sowie zwischen 13 und 18.30 Uhr. Auch wenn es behördlich wegen zu hohem Kohlensäuregehalt als "keinTrinkwasser" eingestuft werden muss, ist es laut Gutachten von bester Qualität und aufgrund seines hohen Bor-Gehalts gut bekömmlich.

Und weil Wasser Leben spendet, ist der selige Gezelinus der Patron für Kindersegen und seine Quelle, mundartlich der so genannte "Jesselinespötz", ein Ort, "aus dem die Ammen die neugeborenen Kinder fischen" können. Noch heute werden die Kinder der St. Andreas-Gemeinde in Schlebusch mit Gezelinwasser getauft.

 

Vom "Heiligenhäuschen" zum Wallfahrtsort: Die Gezelinkapelle
 

Auch wenn die Kapelle nur während der Gebetszeiten der Gemeinde ganz betreten werden kann, erlebt der Besucher bereits von außen und im fast täglich zum Gebet geöffneten VorraumgezelinKapelle die Lebendigkeit dieser alt-ehrwürdigen Stätte. An dem schlichten Gebetshaus, dass von hinten von einer gewaltigen Tanne fast verdeckt wird,  ist eine kleine Gedenktafel angebracht, die Näheres über den Bau aussagt:

Bereits mehrere Vorgängerbauten haben an dieser Stelle gestanden und die Menschen durch die Jahrhunderte hindurch zum Verweilen und Beten, zum Erfrischen und "Heilen" an der Quelle eingeladen.
Die älteste erkennbare Datierung birgt die Inschrift der kleinen Bronzeglocke, die noch heute in der Kapelle hängt: "KERGSTGEN VON ONCKEL GAUSZ MICH ANNO 1597". Doch schon kurz nach Gezelinus´ Tod, der vermutlich im Jahre 1149 war, soll hier eine kleine Kapelle entstanden sein, die nach ihrem Zerfall im 15. Jahrhundert als Heiligenhäuschen aus Lehm und Ton wieder aufgebaut wurde. Im Jahr 1659 ließ Heinrich von Reuschenberg, der Provinzial des Deutschen Ordens eine neue Kapelle errichten. Sein Wappen ist heute wieder im Giebel zu sehen. Einen weiteren besonderen Förderer fand die Gezelinus-Verehrung durch den Provinzial Landkomtur Jobst Moritz von Droste-Senden, der von 1715 bis 1754 auf Morsbroich residierte. Die spätbarocke Innenausstattung, vor allem der Altar mit einer Hirtendarstellung des seligen Gezelinus über dem Tabernakel und dem Wappen des Provinzials, sowie eine weitere Darstellung des Gezelinus (als Zisterziensermönch mit Hirtenstab, Umhängetasche und Lamm) stammt aus seiner Zeit. Er verband die innige Verehrung des Seligen während der Wallfahrt mit einem Jahrmarkt und sorgte so für die weite Verbreitung und Beliebtheit der Gezelinfeier. Die gottesdienstliche Leitung der Kapelle hatten schon seit langen Zeiten Franziskanermönche aus einem Kölner Kloster.

Das "Jahrmarktstreiben" im Gezelinwald nahm jedoch mit den Jahren wohl überhand: "Der sonst so stille Wald, der das Kirchlein mit dem heiligen Brünnlein umgab, war in eine lärmende Wohnstätte, in ein Wallensteinsches Lager verwandelt worden, so Flüche und Gebete, Zotenlieder und heilige Gesänge ineinander flossen.", so beschreibt es der damalige Bürgermeister. 1829 wurde die kirchliche Feier deshalb in die Pfarrkirche verlegt, was zu einem erkennbaren Verlust an Attraktivität und Teilnehmern führte. Der Jahrmarkt rund um die Kapelle wurde schließlich 1859 von der weltlichen Behörde verboten.

Auch wenn die Verehrung und die Feiern noch viele Jahre andauerten, hat doch wie vielerorts auch hier die Napoleonische Säkularisierung zum zeitweiligen Aus des sakralen Baus geführt: Die Kapelle ging 1805 in den Besitz der Zivilgemeinde von Schlebusch über und bisherige Stiftungen, die den Erhalt garantierten, gingen verloren. Auch wenn die Bürger den Abriss zwar verhinderten, konnten sie doch den Zerfall nicht aufhalten. So mußte die Kapelle 1864 wegen Einsturzgefahr abgerissen werden.
Dem Glauben und der Tatkraft der Schlebuscher ist es zu verdanken, dass heute wieder eine kleine Kirche auf den Grundmauern der alten Kapelle steht. Schon 1868 konnte der Neubau durch Pfarrer Wilhelm Jansen eingeweiht werden und die Gezelinoktav wieder in der Kapelle gefeiert werden. Aus dieser Zeit stammt auch die Madonna mit dem Jesuskind.
Seit 1894 ist die Gezelinkapelle im Besitz der Pfarrgemeinde St. Andreas in Schlebusch und verdankt ihr heutiges Erscheinungsbild einer Renovierung aus dem Jahr 1954. Hier wurden die Fenster mit Bildern aus der Gezelinlegende geschaffen und eingebaut. 1980 schließlich erhielt der Vorraum sein Schutzgitter. Zuletzt wurden 2007 umfangreiche Sanierungs- und gezelinkapelle_anno_2001Renovierungsarbeiten an und in der Gezelinkapelle durchgeführt.

Auch wenn die Wallfahrt nicht mehr den Umfang früherer Zeiten hat, so ist die Bedeutung der Gezelinkapelle mit ihrer Quelle unter dem Altar doch geblieben. Sie wird heute sehr gerne für die Feiern von Taufen und Trauungen genutzt. 
 

 

Termine

Morgengebet der "Frauen in der Gemeinde" von St. Albertus Magnus
Do, 24.05.12 - um 9.00 Uhr im Gruppenraum 1

Morgengebet der "Frauen in der Gemeinde" von St. Albertus Magnus
Do, 24.05.12 - um 9.00 Uhr im Gruppenraum.

Wallfahrt der kfd St. Andreas zum Kloster Marienstatt
Do, 24.05.12 - Abfahrt um 13.00 Uhr ab Kirche

Sommerfest in der KiTa St. Joseph
Sa, 02.06.12 - ab 14.00 Uhr

Offene Sprechstunden der Erziehungsberatung in St. Andreas
Mo, 04.06.12 - von 8.30 - 9.30 Uhr in der KiTa

 
 
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