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Der Heilige Suitbertus

Der Heilige Suitbertus

























Der Angelsachse Suitbert gehörte zu den Männern, die im Jahr 690 den Missionar Willibrord († 739) zum Festland begleiteten.

Als Zeitgenosse berichtet Beda Venerabilis (*um 673;† 735) in seiner Geschichte der angelsächsischen Kirche über verschiedene Missionsbemühungen, die von seinem Heimatland ausgingen.  Beda hebt Suitbert aus der Schar der Gefährten Willibrords hervor und widmet ihm besondere Beachtung.  Nach dem angelsächsischen Gelehrten befand sich vermutlich im Jahr 692 Willibrord auf seiner ersten Romreise, als auf Bitten seiner Mitstreiter, Suitbert in England von Wilfrid (*um 634;† 709/710) zum Bischof geweiht wurde.

In der Folge wandte sich Suitbert mit einigen Gefährten der Bekehrung der fränkischen Borukterer zwischen Ruhr und Lippe zu. Dort wirkte er nach Beda erfolgreich, bis dieser Stamm von eindringenden Sachsen - wohl gegen 695 - bedrängt wurde.

Suitbert konnte daraufhin mit Unterstützung des fränkischen Hausmeiers Pippin des Mittleren (680/687–714) und auf Bitten von dessen Gemahlin Plektrudis nahe der fränkisch-sächsischen Grenzzone auf einer Rheininsel, dem späteren Kaiserswerth, ein Kloster gründen. Als Ausstattung des Klosters können wir Güter des Hausmeiers bzw. Königsgut annehmen; der spätere Herrenhof Rinthusen soll sich darunter befunden haben. Nach Kaiserswerth, seiner „Bleibe“ (mansio), zog sich Suitbert nun also zurück, von weiteren Missionierungen berichtet Beda nichts.

Wohl geben spätere Quellen Auskunft über das vermutliche Wirken des Heiligen in Rheinbrohl, bei Jülich und im Bergischen Land, doch könnten lediglich die Suitbertus-Tradition der Ratinger Kirche (Dumeklemmer-Sage) und das womöglich ins 8. Jahrhundert hineinreichende Alter einer Vorgängerkirche auf Mission und Kirchenorganisation von Suitberts Nachfolgern im rechtsrheinischen Kaiserswerther Vorfeld hinweisen.

Am 1. März des Jahres 713 ist Suitbert in Kaiserswerth verstorben und mit großer Sicherheit in seiner Kirche begraben worden. Seine Reliquien befinden sich heute in der ehemaligen Stiftskirche in einem kunstvoll verzierten Schrein. Dieser gehört zur Reihe der bedeutenden mittelalterlichen  Reliquien-schreine des Rhein-Maasgebietes. Eine Königsurkunde aus dem Jahr 877 nennt Suitbertus neben dem Heiligen Petrus als Patron der Kaiserswerther Kirche. Dies setzt voraus, dass Suitbertus zu diesem Zeitpunkt als Heilger verehrt wurde. 
Eine um das Jahr 1500 erschienene Lebensbeschreibung (Vita) Suitberts berichtet über seine Heiligsprechung hier am Ort durch Papst Leo III im Jahre 803 im Beisein Karls des Großen. Diese Vita berichtet auch über die Erscheinung eines Sterns, der seinen Eltern die Geburt eines Knaben ankündigt und dessen spätere Missionstätigkeit vorhersagt. Weiter ist von Wundern zu Lebzeiten Suitberts und auch nach seinem Ableben zu lesen.  

Willibrord verzeichnete den Todestag in seinem Festkalender, Alkuin nannte Suitbert in seinem „Gedicht über die Heiligen der Kirche von York“ „besonders hervorragend“. Bischof Radbod von Utrecht (901–917), ein später Nachfolger Willibrords, verfasste eine Homilie auf den Heiligen.

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