|
|
Heilige Agnes
Agnes - Märtyrerin
geboren: 3. Jh. in Rom, Italien
gestorben: 304 (?) in Rom
Patronin für Keuschheit, der Jungfrauen, der Gärtner und der Kinder
An der Villa Nomentana, einer der breiten, vielbefahrenen Ausfallstrasse, die unweit vom
römischen Hauptbahnhof Stazione Termini beginnt und in Richtung Nordwesten aus der Millionen-Stadt
hinausführt, steht an einer Straßenkreuzung die Kirche S. Agnese fuori le mura, errichtet über dem
Grab der Märtyrerin Agnes. Das Gotteshaus wurde im 4. Jh. von Constanze, der Tochter Kaiser
Konstantins, gestiftet.
Die Lebensgeschichte der Agnes gilt als eine der ältesten unter den Heiligenerzählungen.
Sogar Ambrosius und Damasus berufen sich auf mündliche Überlieferungen. Demnach war Agnes die
Tochter reicher Eltern in Rom. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Schönheit erhielt sie bereits im
Alter von zwölf Jahren einen Heiratsantrag vom Sohn des Stadtpräfekten Sempronius. Mit dem Hinweis,
sie sei schon mit einem anderen verlobt, wies sie den Antrag sowie alle folgenden zurück. Als der
eifersüchtige Jüngling den Namen des Bräutigams erfahren wollte, geriet Agnes in Verzückung und
erzählte von Jesus Christus.
Nach dem erfolglosen Werben seines Sohnes schaltete sich Sempronius selbst ein, erhielt von
Agnes jedoch ebenfalls eine Absage. Wutentbrannt, so erzählt es die Überlieferung, ließ der
Stadtpräfekt das Mädchen daraufhin in ein Bordell bringen. Als sein liebeskranker Sohn Agnes dort
schänden wollte, fiel er plötzlich tot zu Boden. Die Legende berichtet, dass Agnes ihn durch ihr
Gebet wieder zum Leben erweckte. Danach übergab Sempronius die junge Christin dem Richter, der sie
im Domitian-Stadion, der heutigen Piazza Navona in Rom, auf dem Scheiterhaufen verbrennen lassen
wollte. Doch es geschah ein Wunder: Die Flammen loderten um den Körper von Agnes, verbrannten sie
jedoch nicht. Da befahl der Richter einem Soldaten, dem Mädchen ein Schwert in den Hals zu stoßen.
Das Jahr des Todes von Agnes war wahrscheinlich304. Beigesetzt wurde sie auf einem römischen
Friedhof an der Via Nomentana, wo heute S. Agnese fuori le mura steht. Auch an der Piazza Navona
steht eine Kirche, die der Heiligen geweiht ist: Sant'Agnese al Circo Agonale.
Verehrung / Brauchtum:
Schon immer kam dem Agnes-Tag im Volksglauben große Bedeutung zu. Am 21. Januar werden in der
Grabkirche der Märtyrerin zwei Lämmer gesegnet, aus deren Wolle man die Pallien für die Erzbischöfe
anfertigt. Die Verehrung für Agnes wird bereits ab dem Jahr 354 am 21. Januar erwähnt.
Darstellung:
Abgebildet wird Agnes fast immer mit einem Lamm, was wohl auf die Ähnlichkeit ihres Namens
mit der lateinischen Bezeichnung für Lamm, Agnus, zurückzuführen ist. Oft sieht man sie mit
besonders langem Haar, das ihren Körper verhüllt (sie soll ja ihrer Kleider beraubt worden sein).
Auch auf dem Scheiterhaufen liegend wird sie dargestellt. Agnes gehört zu den am meisten
abgebildeten Heiligen überhaupt. Das älteste Abbild - es stammt aus dem 4. Jh. - wurde 1818
aufgefunden und nach S. Agnese fuori le mura gebracht es ist ein Marmorbild. In der Dresdner
Gemäldegalerie zeigt ein Bild von Ribera die Heilige mit langen Haaren bedeckt. Im Germanischen
Nationalmuseum in Nürnberg stellt sie ein Tafelbild des Meisters des Bartholomäusaltares dar.
© Weltbild Verlag GmbH, Augsburg 1993
|
Unser Pfarrbrief
- Das Netz
Messdienerplan
Lektoren und Kommunionhelferplan
Kirchenwachplan
|