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Geschichte der Pfarre St. Rochus in Heiligenhaus

Zeichnung der Rochuskapelle von Karl Berger, Overather Grafiker
Heiligenhaus ist ein Stadtteil der Stadt Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis. Er liegt auf der Wasserscheide zwischen Agger und Sülz an der Kreuzung zweier alter Handelswege, die von Süd nach Nord (Eisenstraße/Polizeiweg – heute Durbuscher Straße/Hohkeppeler Straße) und von West nach Ost (Brüderstraße – heute Bensberger Straße) führten. In der spätmittelalterlichen Zeit wurde anlässlich einer Pest-Epidemie (ca. 1347/50) an dieser Kreuzung ein Bildstock des hl. Rochus (geb. 1295 und gestorben 1327 in Montpellier/Südfrankreich) aufgestellt. Der hl. Rochus wurde als einer der 14 Nothelfer verehrt und bei Krankheit und Not um Fürbitte bei Gott angerufen.

315 Jahre später und zwar am 6. Juni 1644
wurden im Hofgerichtsprotokoll die ersten Bewohner vom „hiligen häußgen“ – Trien zum Busch und Hanß - aufgeführt.
 

1665-1669 wurde an der Stelle des Bildstocks eine Kapelle aus Holzfachwerk mit Strohdach errichtet. Die in der jetzigen Pfarrkirche noch vorhandene Rochusstatue wird der 2. Hälfte des 17. Jhdts. zugeordnet. Es ist daher anzunehmen, dass diese bereits in der alten Kapelle aufgestellt war. Weiter wird berichtet, dass 1755 von Bartholomäus Gunder aus Köln eine neue Glocke von 231 Pfund gegossen wurde, weil die alte Glocke aus der Kapelle geborsten war. Die Glocke von 1755 steht heute noch im Chorraum der Pfarrkirche.

Altarglocke
Als der bauliche Zustand der alten Kapelle immer schlechter wurde und an die Errichtung einer neuen Kapelle gedacht wurde, erwarb der Bürgermeister von Overath und Gastwirt des Steinhofes ein Grundstück in der Nähe der Kreuzung und schenkte es der Kirchengemeinde Overath, damit dort eine neue Kapelle errichtet werden konnte. Diese wurde 1843 aus Bruchsteinen erstellt und 1844 eingeweiht. Für die Betreuung der Kapelle waren die Vikare von Overath zuständig. Schon die alte wie auch die neue Kapelle hatte viele Meßstiftungen. Schon seit dem 17. Jhdt. zog am Feste des hl. Rochus (16. August) eine Dankprozession für den Schutz Gottes in früheren Pestzeiten und ein Bittgang, um vor schweren Krankheiten bewahrt zu bleiben von Overath zur Rochuskapelle. Diese und eine Fastenprozession am Karfreitag wurden 1940 eingestellt.
 
Als Dank für das überstandene Regen- und Hungerjahr 1816/17 ließ die Familie Bolz aus Großschwamborn sieben Leidensstationen am Burgholzweg aufstellen. Die im Wald stehenden Bildstöcke wurden wiederholt zerstört und sind – bis auf einen - nicht mehr vorhanden.
 
 
Die letzte Station ist ein Steinkreuz mit der Inschrift:

Inschrift Fußfall Alte Kölner Straße
DIESE SIEBEN / FUSFAL SIND ERRICH / TET WORDEN VON / PETER BOLZ UND / SEINE SCHWESTER ANNA / GERTRUD BOLZ ZU KLEINEN / SCHWAMBORN 1817
Sie wurden aus Lindlarer Stein und von Lindlarer Steinmetzen gefertigt.
 
 
Da sich die 1843 errichtete Kapelle mittlerweile als zu klein erwies, wurde 1891 von Vikar Tholen und Lehrer Christoph Schmitz der St.-Rochus-Verein Heiligenhaus gegründet, der sich neben der Erhaltung und Verschönerung der Kapelle auch eine Erweiterung zum Ziel gesetzt hatte. Mitglied konnte jeder mit einem geringen Jahresbeitrag werden.

 
 Erste Ansichtskarte von Heiligenhaus ca. 1900
So konnte 1900 mit den Arbeiten für den Erweiterungsbau begonnen werden. Der Anbau war 13 m lang und 10 m breit.

1901, am Feste Maria Verkündigung, wurde der Erweiterungsbau durch Pfarrer Schlenkert aus Overath eingeweiht. Von nun an fand an jedem 2. Sonntag im Monat und an den Feiertagen regelmäßig ein Gottesdienst in Heiligenhaus statt.
 
1908 wurde in der Kapelle ein von den Bergleuten (Grube Lüderich) gestifteter Barbara-Altar und
1910
ein Marien-Altar errichtet.

1924 erhält Heiligenhaus einen eigenen Seelsorger in Person des 2. Vikars aus Overath mit Namen Hubert Scheid (1924-1926). Er schenkte der Kirche in Heiligenhaus die Muttergottes-Statue die heute noch vorhanden ist.
 
Da bei dem Erweiterungsbau nicht ausreichend abgelagertes Holz verbaut worden war, zeigten sich Anfang der 30er Jahre Fäulniserscheinungen im Holz, so dass der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises als Kreispolizeibehörde am 11. November 1938 eine Verfügung erließ, den Erweiterungsbau wegen Einsturzgefahr wieder abzubrechen.
 

Abbruch der Rochuskapelle Ende 1938/Anfang1939
 Erster Altar in der Rochuskapelle von 1896
Da die damalige Behörde hierbei auch die alte Kapelle mit abreißen lassen wollte, die Einwohner von Heiligenhaus damit jedoch nicht einverstanden waren und persönlichen Widerstand leisteten, kam es zu ernsthaften Auseinandersetzungen, die letztendlich zugunsten der Pfarrgemeinde gerichtlich entschieden wurden.
Damit war der Erhalt der Kapelle endgültig gesichert.
 

  • 1929 Bau des ersten Pfarrhauses an Hohkeppeler Straße 14
  • 1933 wurde Heiligenhaus ein eigenes Pfarr-Rektorat
  • 1934 erhielt Heiligenhaus einen eigenen Friedhof
  • 1936 wurde als Ersatz für den zum Abbruch bestimmten Erweiterungsbau an der Kapelle eine Notkirche errichtet (heutiger Pfarrsaal)
  • 1954 selbständige Kirchengemeinde
  • 1959 Rektoratspfarre
  • 1966-1969 Errichtung des jetzigen Pfarrzentrums unter Pfarrer Michael Schmitz und Architekt Theo Scholten
  • 31.05.1969 Einweihung des Pfarrzentrums durch Weihbischof Frotz.


Erster Spatenstich für die neue Pfarrkirche St. Rochus von Pfarrer Michael SchmitzRichtfest der neuen Pfarrkirche St. Rochus am 30.10.1967













 
 Josef Haupts und Bernhard Schmidt
 
 
 
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