Die Geschichte der Wallfahrt

Die Wallfahrt zum Gnadenbild der Ohne Erbsünde empfangenen Gottesmutter Maria nach Neviges (heute ein Stadtteil von Velbert) geht auf das Jahr 1681 zurück. Damit ist sie die älteste Wallfahrt zur "Immaculata" nördlich der Alpen. Seit 1676 wird der Ort von den Franziskanern (...) betreut.

Die Geschichte der Wallfahrt beginnt in der Reformationszeit, als in der Herrschaft Hardenberg mit dem Dorf Neviges sich das reformierte Bekenntnis im 16. Jahrh. so umfassend ausgebreitet hatte, dass nur noch wenige dem katholischen Glauben anhingen. (...) In der Kirche (heute evang. Stadtkirche) fand kein katholischer Gottesdienst mehr statt, auch dann nicht, als später einer der Hardenberger Herren, Johann Sigismund von Bernsau, wieder zum römisch-katholischen Bekenntnis zurückkehrte. Bei seinem Tod verhinderten die Protestanten gewaltsam die Feier des Requiems in der Kirche, worauf dann seine Witwe Anna von Asbeck am nördlichen Rand des Dorfes Neviges 1670 eine kleine Kirche erbauen ließ, die der Heiligen Anna geweiht wurde. (...)

Im Jahr 1680 vernahm Pater Antonius Schirley im Franziskanerkloster zu Dorsten während seines täglichen Gebetes vor einem unscheinbaren Bildchen, das die Heilige Maria als lmmaculata zeigte, eine Stimme mit der Aufforderung: "Bring mich nach dem Hardenberg, da will ich verehret sein!" Da die Stimme im weiteren auch eine wunderbare Krankenheilung weissagte, übersandte der Pater das Marienbild den Franziskanern in Hardenberg-Neviges.
Davon hörte der schwerkranke Fürstbischof von Paderborn und Münster, Ferdinand von Fürstenberg, und kam nach seiner Genesung aufgrund eines Gelübdes am 25. Oktober 1681 zur Dankwallfahrt nach Neviges. Er feierte in Anwesenheit des bergischen Herzogs und des Abtes von Werden eine Pontifikalmesse in der St.-Anna-Kirche. Mit diesem aufsehenerregenden Ereignis war der Anfang der Marienwallfahrt gesetzt.
( Quelle: Fink-Verlag / Gerhard Haun )

DSC00503 (c) Marienwallfahrt Neviges