ERZBISTUM KÖLN  DOMRADIO     

FESTTAGE IM KIRCHENJAHR

24. Dezember   Heiligabend

Vorabend zum Hochfest der Geburt des Herrn 

25. Dezember   Hochfest der Geburt des Herrn

Weihnachten ist das Fest der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, seinem eingeborenen Sohn. Gott hat sich in Jesus bis ins Tiefste erniedrigt und den Menschen ausgeliefert. Er ist ein kleiner, hilfloser Säugling in einer Krippe im Stall geworden, dem keine Herberge sicheren Schutz bieten wollte.

In den ersten drei Jahrhunderten des Christentums gab es außer der sonntäglichen Feier des Paschamahles und seiner Jahresfeier, unserem heutigen Ostern, kein anderes Fest. Die Feier des Geburtsfestes Jesu am 25. Dezember wurde 336 in der römischen Stadtliturgie erwähnt. Für die Festsetzung dieses Tages gibt es verschiedene Thesen Zum einen sollen schon im 3. Jh. christliche Theologen versucht haben, den Termin der Geburt Jesu zu errechnen und dabei den Tag der Wintersonnenwende ermittelt haben. Zum anderen soll mit der Festsetzung der Geburt des Herrn auf den 25. Dezember ein Gegenfest zum Fest des „Unbesiegbaren Sonnengottes", das an eben diesem Tag gefeiert wurde geschaffen worden sein, um die Christen gegenüber der Anziehungskraft dieses Festes zu immunisieren.

Außer dem Osterfest hat nur das Weihnachtsfest eine Oktav, eine liturgische Festwoche, beibehalten. In diese Oktav fallen die folgenden Feste bis einschließlich 1. Januar:

26. Dezember    Fest des Hl. Stephanus (2. Weihnachtstag)

Das Fest des Hl. Stephanus ist im Westen seit dem Anfang des 5. Jh. bekannt. Mit ihm wird der erste Märtyrer gefeiert. Wegen seiner Treue zu Jesus wurde ihm Gotteslästerung vorgeworfen, auf die die Todesstrafe durch Steinigen stand. Sterbend soll er Gott für seine Peiniger um Erbarmen gebeten haben. Gerichtsverhandlung, Verteidigungsrede und Hinrichtung des Diakons Stephanus sind in der Apostelgeschichte (6,8-8,11) überliefert.

27. Dezember    Fest des Apostels und Evangelisten Johannes

Über den Apostel und Evangelisten Johannes wird berichtet, dass er in Ephesos wirkte, unter Domitian auf die Insel Patmos verbannt wurde, wo er die Apokalypse schrieb, dann nach Ephesos zurückkehrte, dort das Evangelium verfasste und hochbetagt unter Trajan starb. Mancherlei Legenden bildeten sich um seine Person: So soll er, ohne Schaden zu nehmen, einen Becher mit vergiftetem Wein getrunken haben, um einen heidnischen

Priester von Ephesos zu bekehren, und es ebenfalls unbeschadet überstanden haben, vor der Lateinischen Pforte in Rom in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen worden zu sein.

Der Brauch der Segnung des Johannisweines an diesem Tag leitet sich von dem heidnischen Brauch her, zu Ehren der Götter einen Trunk zu sich zu nehmen. Nach der Christianisierung wurde der Brauch beibehalten, aber umgeändert in einen Trunk zu Ehren bestimmter Heiliger.

28. Dezember    Fest der Unschuldigen Kinder

Dieses Martyrerfest wird erstmals 505 im Kalendarium von Karthago erwähnt. Es steht im unmittelbaren Zusammenhang mit Weihnachten: Herodes erfuhr kurz nach Jesu Geburt von Sterndeutern aus dem Osten, dass der Stern, dem sie folgten, Zeichen sei für den neugeborenen König der Juden. Aus Angst vor dem Rivalen ließ Herodes daraufhin in Bethlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten. Jesus entkam diesem Kindermord dadurch, dass Josef im Traum gewarnt wurde und mit seiner Familie rechtzeitig nach Ägypten fliehen konnte (Mt 2,1-18).

29. Dezember    Fest der Heiligen Familie

Dieses sehr junge Fest am Sonntag nach Weihnachten entstand erst im 19. Jahrhundert und wurde vor allem von Kanada aus schnell weltweit verbreitet. Die heilige Familie wird als hilfreiches Vorbild gesehen für die gefährdete christliche Familie.

1. Januar       Hochfest der Gottesmutter Maria; Neujahr

Seit Mitte des 2. Jahrhunderts vor Christus begannen die römischen Konsuln ihre Amtsperiode am 1, Januar, während das neue Jahr erst am 1. März anbrach. Gaius Julius Cäsar verlegte schließlich bei der Neuordnung des Kalenders im Jahr 46 v. Chr. den Jahresbeginn vom 1. März auf den 1. Januar. Die Heiden feierten diesen Jahresanfang zu Ehren des doppelgesichtigen Gottes Janus ausgelassen und ausschweifend. Um die Christen von diesem unseligen Treiben fernzuhalten, wurde zunächst am Neujahrstag zur Teilnahme an Bußgottesdiensten und zum Fasten aufgerufen. Die Kirche von Rom legte schließlich ein Marienfest, den Gedenktag der Gottesmutter, auf diesen Tag, der bei der Neuordnung von 1969 als Hochfest der Gottesmutter Maria festgesetzt wurde, an dem auch der Namensgebung Jesu gedacht wird.

3. Januar        Herz-Jesu-Freitag           (und 7. Februar, 7. März, 4. April)

An jedem ersten Freitag im Monat wird der Gottessohn Jesus unter dem Gesichtspunkt seiner unendlich großen Liebe zu den Menschen, die im Herzen symbolisiert wird, verehrt. Diese Liebe zeigt sich am deutlichsten dadurch , daß er die Menschheit erlöst hat, indem er für sie am Karfreitag sein Leben am Kreuz hingab.

6. Januar       Hochfest der Erscheinung des Herrn (Dreikönige)

Die Erscheinung des Herrn (gr. Epiphaneia) ist das ursprüngliche Fest der Geburt Jesu im Osten. Unter Epiphanie verstand die Antike die sichtbare Erscheinung eines Gottes, aber auch den feierlichen Besuch des als Gottheit verehrten Herrschers in den Städten seines Reiches. Erstmals erwähnt wird das Epiphaniefest im ägyptischen Alexandrien und ist dort wohl von dem Geburtsfest des heidnischen Gottes der Zeit und Ewigkeit Äon, das in der

Nacht vom 5. auf den 6. Januar gefeiert wurde, beeinflusst. Während an diesem Tag zunächst der Taufe Jesu, des Wunders bei der Hochzeit zu Kana und der Ankunft der Weisen gedacht wurde, treten seit dem Mittelalter die Heiligen Drei Könige in den Vordergrund, vor allem seit der Überführung ihrer Reliquien von Mailand in den Kölner Dom durch Reinhard von Dassel 1164.

Katholische Jugendgruppen haben die mittelalterliche Sitte des Sternsingens mit Segnung der Wohnungen an diesem Tag Wiederaufleben lassen. Die Buchstaben C + M + B können gedeutet werden als Initialen der seit dem 9. Jh. genannten Namen der Weisen Caspar, Melchior und Balthasar oder als Anfangsbuchstaben der Worte „Christus mansionem benedicat" - Christus segne dieses Haus.

12. Januar      Fest der Taufe des Herrn

Seit der Liturgiereform 1969 wird die Taufe des Herrn, die ursprünglich Element des Epiphaniefestes (s. 6. Januar) war, am Sonntag nach der Erscheinung des Herrn gefeiert. Mit dem Fest der Taufe Jesu schließt der Weihnachtsfestkreis, und es beginnt das allgemeine Kirchenjahr.

25. Januar      Fest Pauli Bekehrung

Dieses Fest feiert die Bekehrung des Christen Verfolgers Saulus zum Apostel Paulus infolge einer Begegnung mit Jesus. Von der Bekehrung berichten zum einen Paulus selbst (Gal 1,15.16; 1 Kor 15,8-11) sowie drei Stellen der Apostelgeschichte (Apg 9, 1-30; 22,1-16; 26,12-18)

2. Februar       Fest der Darstellung des Herrn

Das Lukasevangelium berichtet, dass Jesus am 40. Tag nach seiner Geburt, dem Tag der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung einer Frau nach der Geburt eines Sohnes (bei einem Mädchen war es der 80. Tag), in den Tempel gebracht wurde. Dort brachte Maria das vorgeschriebene Reinigungsopfer von 2 Tauben dar und löste Jesus, der als männlicher Erstgeborener Eigentum des Herrn war, mit einem Geldopfer aus. Im Tempel wird er von dem greisen Simeon und der Prophetin Hanna gepriesen als Heil und als Licht, das die Heiden erleuchtet. Darauf und auch auf eine heidnische Sühneprozession in Rom, die verdrängt werden sollte, ist die Lichtprozession an diesem Tag bzw. Weihe der Kerzen und der Begriff Lichtmess zurückzuführen. An diesem Tag wird auch der Blasiussegen erteilt. Blasius, Bischof von Sebaste in Armenien und Märtyrer (um 316), soll einen Knaben von einer Gräte im Hals befreit und ihm so das Leben gerettet haben.

24. Februar      Fest des Hl. Matthias

Die Apostelgeschichte berichtet, dass Matthias als Augenzeuge des gesamten öffentlichen Lebens Jesu an die Stelle des Verräters Judas berufen wurde. Über sein weiteres Leben ist nichts bekannt. Seine Reliquien wurden durch Kaiserin Helena teils nach Rom, teils nach Trier verbracht.

5. März        Aschermittwoch

Mit dem Aschermittwoch beginnt die vierzigtägige österliche Fastenzeit. Die Austeilung des Aschenkreuzes ist von der schon im Alten Testament und in der heidnischen Antike üblichen Bußpraxis hergeleitet, nach der die Büßer zum Zeichen ihrer Buße ein Bußgewand anlegten und mit Asche überstreut wurden. Die Fastenzeit ist die Vorbereitungszeit auf das Osterfest, das Fest der Erlösung, und lehnt an die vierzigtägige Fastenzeit Jesu nach seiner Taufe vor Beginn seines öffentlichen Wirkens an. Unter Fasten wurde ursprünglich verstanden, dass man sich mit nur einer Mahlzeit am Tag begnügte. Fasten als Speiseenthaltung, ob religiös motiviert oder aus medizinischen Gründen, ist schon seit ältesten Zeiten bekannt. Die Christen der Frühzeit sahen hierin zudem eine Verstärkung des Gebetes, Wegbereitung, wirksame Waffe im Kampf gegen das Böse, angemessene Vorbereitung auf bedeutende religiöse Ereignisse und Möglichkeit der Hilfe für Arme durch Einsparen der eigenen Ausgaben.

Der Aschermittwoch ist auch heute noch wie der Karfreitag Fast- und Abstinenztag, an dem ein bedeutendes Opfer erbracht werden und man sich des Genusses von Luxusgütern (wie früher Fleisch) enthalten soll.

19. März        Hochfest des Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter

Josef der Zimmermann, Bräutigam Mariens, nimmt sich seiner Frau und ihres Sohnes Jesus liebevoll an. Über seine Person ist wenig bekannt; doch er wird in der Bibel dargestellt als jemand, der sich seiner Familie treu und fürsorglich annimmt, sie gegen äußere Widrigkeiten abschirmt und vor Gefahren schützt.

25. März        Hochfest der Verkündigung des Herrn

Diesem Fest, das sein Datum vom Tag der Geburt des Herrn, dem 25. Dezember, her erhält, liegt der Bericht aus dem Lukasevangelium zugrunde, dass der Engel Gabriel der Jungfrau Maria die Geburt eines Kindes verkündet. Das Fest wird bereits seit der Mitte des 5. Jh. gefeiert und hieß auch Verkündigung Mariens, bis es in der Liturgiereform von 1969 seinen ursprünglichen Namen zurückerhielt.

2. Juli       Fest Maria Heimsuchung

Das Fest erinnert an den Besuch der schwangeren Maria kurz nach der Ankündigung der Geburt Jesu bei ihrer Verwandten Elisabet (Lk 1,39-56). Dieser Besuch hat den mittelalterlichen Gläubigen tief beeindruckt. 1263 führte der Franziskanerorden das Fest ein, 1389 fand es kirchliche Anerkennung, Papst Pius V schließlich nahm es in den allgemeinen Festkalender auf. Die ebenfalls schwangere Elisabet sagt zu Maria: .Als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib." Elisabets Sohn ist Johannes (Festtag 24. Juni), der später den Weg für Jesus bereitet und ihn im Jordan getauft hat (Johannes der Täufer).

3. Juli       Fest des Hl. Apostels Thomas

Der Apostel Thomas, auch Zwilling genannt, ist bekannt dadurch, dass er nicht an die Auferstehung Jesu glauben wollte, solange er dessen Wundmale nicht berührt habe (der „kleingläubige Thomas"), Nach dem Kirchenhistoriker Eusebius soll er später das Evangelium in Persien und Indien verkündet (Thomaschristen) und dort den Martyrertod erlitten haben. Am 3. Juli 384 sollen ein Teil seiner Reliquien nach Edessa gebracht worden sein.

5. Juli        Herz-Jesu-Freitag           (und 2. August, 6. September, 4. Oktober)

An jedem ersten Freitag im Monat wird der Gottessohn Jesus unter dem Gesichtspunkt seiner unendlich großen Liebe zu den Menschen, die im Herzen symbolisiert wird, verehrt. Diese Liebe zeigt sich am deutlichsten dadurch , daß er die Menschheit erlöst hat, indem er für sie am Karfreitag sein Leben am Kreuz hingab.

11 Juli      Fest des Hl. Benedikt von Nursia, Schutzpatron Europas

Benedikt wurde um 480 zu Nursia in Umbrien (Italien) geboren und in Rom erzogen. Um der sittenlosen Stadt zu entfliehen, begann er ein Einsiedlerleben bei Subiaco. Nach einigen Jahren strenger Buße leitete er eine Anzahl kleinerer Klöster und gründete schließlich das berühmte Kloster Montecassino, die Wiege des Benediktinertums.  Die benediktinische Klosterregel zieht bis heute durch die aus ihr sprechende väterliche Persönlichkeit und Weisheit viele Jünger an. Benedikt starb am 21. März um das Jahr 547 in Montecassino, wo sich auch sein Grab befindet. Er gilt als der Vater des abendländischen Mönchtums und Schutzpatron Europas.

25 Juli      Fest des Hl. Apostels Jakobus

Der Apostel Jakobus der Ältere, Sohn des Zebedäus und Bruder des Apostels Johannes, wurde auf Befehl des Königs Herodes um das Jahr 42 mit dem Schwert hingerichtet als erster Märtyrer aus dem Kreis der Apostel. Er soll in Spanien gepredigt haben, wo der Bischof von Iria 830 seine Reliquien wieder entdeckt haben soll. Daraus entwickelte sich die Wallfahrt an sein angebliches Grab in Santiago de Compostela (.Heiliger Jakob vom Grabhügel"), das im Mittelalter eine der bedeutendsten Pilgerstätten war und auch heute noch viele Pilger anzieht

6. August    Fest der Verklärung des Herrn

Diesem Fest liegen die Berichte des Matthäus-, Markus- und Lukasevangeliums zugrunde, nach denen Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf einen hohen Berg stieg. Dort verklärte sich sein Angesicht, und die Propheten Mose und Elija sprachen mit ihm. Eine Stimme aus der Wolke rief: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe: auf ihn sollt ihr hören" (Mt 17,5) - es scheint durch, dass Jesus von Gott gesandt ist, dass er der erhoffte Messias ist, dass er Gottes Sohn ist. Die Erfahrung der Verklärung liegt keinesfalls außerhalb des Erfahrungsbereiches des Menschen: ein anderer Mensch erscheint strahlend, von einem Licht durchdrungen, es geht etwas Faszinierendes von ihm aus. In der Ostkirche wird dieses Fest seit dem 5. Jahrhundert gefeiert und hat hier eine breitere Wirkung erlangt als bei uns.

10. August   Fest des Hl. Diakon Laurentius

Laurentius, Diakon des Papstes Sixtus II., erlitt am 10. August, wahrscheinlich im Jahr 258 unter Kaiser Valerian, den Martyrertod auf einem glühenden Rost. Er gilt als der berühmteste römische Märtyrer. Schon 354 wird sein Gedenktag im Staatskalender mit der Beisetzung an der Via Appia angeführt. Konstantin baute eine Basilika in der Nähe seiner Grabstätte mit einem besonderen Verbindungsgang zur eigentlichen Gruft, heute als Basilika San Lorenzo eine der sieben Hauptkirchen der Stadt Rom.

11. August   Kirchweihfest (Kirmes, 9.-12. August)

Schon früh feierte man nicht nur den Jahrestag von Verstorbenen, vor allem Märtyrern, sondern auch den Jahrestag der Wahl und Weihe eines Bischofs und Papstes und das Jahrgedächtnis der Weihe einer Kirche. Die älteste Schilderung eines solchen Kirchweihfestes ist die der Pilgerin Ätheria, die um 400 das Weihefest der Auferstehungskirche in Jerusalem beschreibt. Der Weihetag einzelner Kirchen wird jeweils an seinem Termin als Hochfest begangen. Schon in frühen Zeiten waren diese Weihetage mit einem Markt verbunden. Unsere Kirche wurde am 26.8.1906 geweiht. Die Weihefeier in Liebfrauen hat sich im Laufe der vergangenen Jahre jedoch auf den zweiten Sonntag im August verschoben.

15. August   Hochfest Maria Aufnahme in den Himmel (Kräutersegnung)

Schon im 8. Jahrhundert war man überzeugt, dass die Gottesmutter zwar gestorben, „aber nicht durch die Bande des Todes festgehalten werden konnte". Papst Pius XII. machte im Jahr 1950 die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zum Dogma, zum Glaubenssatz. Die an diesem Tag stattfindende Kräutersegnung ist eine Verchristlichung des heidnischen Brauches, Heilpflanzen mit geheimnisvollen Beschwörungsformeln und magischem Zeremoniell auszugraben oder zu pflücken. In den christlichen Gebeten wurde die Wirkung der Heilkräuter auf Gott und auf die Fürsprache der Gottesmutter und der Heiligen zurückgeführt. Dass die Kräuterweihe auf den 15. August gelegt wurde, mag mit dem Umstand zusammenhängen, dass viele Kräuter erst in diesem Monat zur Reife gelangten. Auch die symbolische Bezeichnung der Gottesmutter als „Blume des Feldes und Lilie der Täler" könnte hierbei eine Rolle gespielt haben.

24. August   Fest des Apostels Bartholomäus

Über den Apostel Bartholomäus gibt es keine gesicherten Berichte. Nach armenischer Tradition soll er in Armenien das Evangelium verkündet und dort den Martyrertod erlitten haben. Am 25. August sollen seine Gebeine nach der Insel Lipari und nach Benevent überführt worden sein, von wo aus sie später wohl nach Rom gelangten. Er gilt als Stadtpatron Frankfurts, da im dortigen Dom seine Hirnschale aufbewahrt wird.

8. September Fest Maria Geburt

Wegen der heilsgeschichtlichen Rolle der Mutter Jesus feiert die Kirche ihr Geburtsfest wie das des Herrn selbst und des hl. Johannes des Täufers (24. Juni). Das Fest gehört zu den großen Marienfesten und bestimmte auch den Termin des jüngeren Festes der Empfängnis neun Monate davor (Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, 8. Dezember).

14. Sept.     Fest Kreuzerhöhung

Noch zur Zeit der Apostel wurde das Kreuz zum Symbol des Opfertodes Jesu, ja zum Inbegriff für Christus selbst und den christlichen Glauben überhaupt. Die ersten Spuren eines Festes der Kreuzverehrung führen in die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts, als nach der „Chronik von Alexandrien" die Kaiserin Helena am 14. September 320 das Kreuz des Herrn aufgefunden haben soll. Am Tag nach dem Weihefest der Auferstehungskirche auf dem Golgota in Jerusalem (auch Kreuzeskirche genannt, 13. September 335) soll das aufgefundene Kreuz des Herrn den Gläubigen feierlich zur Verehrung gezeigt worden sein. Das spätere Zeigen der Kreuzesreliquien in Kirchen Jerusalems, Konstantinopels und Roms, das feierliche Hochheben zur Verehrung durch die Gläubigen (exaltatio = Erhöhung), gab dem Fest seinen Namen.

21. Sept.     Fest des Hl. Apostels und Evangelisten Matthäus

Über Matthäus den Zöllner fehlen nähere Angaben in den Evangelien. Berichte über sein späteres Leben sind sicher mit Legenden vermischt: er soll in Äthiopien und Persien missioniert und das Martyrium erlitten haben, Seine Reliquien sollen von Äthiopien nach Salerno in Italien gekommen sein.

4. Oktober      Gedenktag des Hl. Franz von Assisi

Der Autor des bekannten Sonnengesangs (Laudato si) wurde im ausgehenden 12. Jahrhundert als Sohn reicher Eltern geboren. Sein zunächst leichtlebiger Lebensstil änderte sich, als er in Haft schwer erkrankte. Von da an entschloß er sich, Jesus nachzufolgen, und gründete in den Folgejahren den Franziskaner-, den Klarissen- und den Dritten Orden (Terziaren). Er lebte selbst in vollkommener Armut und setzte sich mit aller Kraft für Bedürftige ein. Franz starb am 3. Oktober 1226 in Assisi.

4. Oktober      Herz-Jesu-Freitag              (und 1.November, 6. Dezember)

An jedem ersten Freitag im Monat wird der Gottessohn Jesus unter dem Gesichtspunkt seiner unendlich großen Liebe zu den Menschen, die im Herzen symbolisiert wird, verehrt. Diese Liebe zeigt sich am deutlichsten dadurch , dass er die Menschheit erlöst hat, indem er für sie am Karfreitag sein Leben am Kreuz hingab.

6. Oktober   Erntedankfest

Nach einem Entscheid der Fuldaer Bischofskonferenz wird der Erntedank am ersten Sonntag im Oktober begangen. Hier wird eine Idee aufgegriffen, die bereits in den vorchristlichen Religionen, sowohl im Judentum als auch in der römischen Religion, im Jahresablauf ihren Platz hatte. Die Ernte des Jahres wird als Geschenk erfahren, das nicht selbstverständlich ist und für das man Dank abstattet. Juden und Christen sehen Gott nicht nur als den Schöpfer der

Welt, sondern auch als den, der sie erhält, der ständig Leben schenkt, aus dessen Hand der Mensch seine Nahrung erhält. Wie der Mensch sein Leben von Gott empfangen hat, so kommt auch alles, was dieses Leben erhält und weiterführt, aus der Hand Gottes.

18. Oktober     Fest des Evangelisten Lukas

Lukas, der Begleiter des Apostels Paulus auf dessen zweiter Missionsreise, war Arzt und stammte aus heidenchistlichen Kreisen. Er gilt als Verfasser des dritten Evangeliums und der Apostelgeschichte. Lukas soll in Griechenland gewirkt haben und eines natürlichen Todes gestorben sein. Seine Gebeine wurden 357 nach Konstantinopel überführt und in der Apostelkirche beigesetzt.

28. Oktober     Fest der Apostel Simon und Judas

Über die Apostel Simon und Judas ist nicht sehr viel bekannt. Simon hat die Beinamen Kananäus (aus Kana) und Zelotes (er gehörte früher der Partei der Zeloten an), Judas hat den Beinamen Thaddäus oder wird als Sohn des Jakobus bzw. Bruder des Jakobus bezeichnet.

1. November     Hochfest Allerheiligen

Allerheiligen ist das Fest der unbekannten Heiligen - ein Fest für alle zur Vollendung gelangten Verstorbenen. Dabei feiert es über ein bloßes Toten Gedächtnis hinaus das neue Leben, das allen Christen verheißen ist. Es ist also nicht nur ein Fest kanonisierter Heiliger, sondern auch von Angehörigen und Freunden. Daraus ergibt sich der Brauch, an diesem Tag gemeinsam die Gräber aufzusuchen, die dann vom Priester gesegnet werden.

2. November    Gedenktag Allerseelen

Wenn auch schon die heidnischen Völker Gedenktage ihrer Toten kannten und diese Bräuche - soweit sie mit dem Glauben vereinbar waren - vom Christentum übernommen wurden, so ist das eigentliche Geburtsjahr des Allerseelentages das Jahr 998, als Abt Odilo von Cluny (994- 1048) allen ihm unterstellten Klöstern das festliche Gedächtnis aller verstorbenen Gläubigen anordnete. Der Allerseelentag ist geprägt vom Glauben an die Auferstehung und der Bitte, die Verstorbenen daran teilhaben zu lassen.

11. November   Gedenktag des Hl. Martin von Tours

Der römische Soldat Martin ist bekannt durch das Teilen seines Mantels mit einem frierenden Bettler. Später empfing er die Taufe, gründete das erste Kloster Galliens und wurde 371 zum Bischof von Tours gewählt. Er lebte ein strenges asketisches Leben und war bekannt als Gottes Spuren Wundertäter und für seinen Gerechtigkeitssinn für die Not des armen Volkes. Er starb am 11. November 397 und ist in Tours begraben. Martin war einer der ersten Nichtmartyrer, der als Heiliger verehrt wurde.

19. November   Gedenktag der Hl. Elisabeth von Thüringen

Die Tochter des Königs Andreas II von Ungarn und seiner Gemahlin Gertrud von Andechs wurde schon mit einem Jahr mit Ludwig IV von Thüringen verlobt, den sie mit 14 Jahren heiratete. Aus der glücklichen Ehe gingen drei Kinder hervor, jedoch endete sie frühzeitig, als Ludwig bei einem Kreuzzug 1227 sein Leben verlor. Elisabeths Schwager beraubte sie ihres Eigentums und verbannte sie. Mit der Abfindung, die sie schließlich mit Hilfe ihrer Verwandten und ihres Beichtvaters doch noch erhielt, gründete sie in Marburg ein Spital für Arme und Kranke. Sie wurde Franziskanerterziarin und lebte nach dem Vorbild des Hl. Franz von Assisi ein Leben in Armut, erfüllt von Werken der Nächstenliebe. Schon vier Jahre nach ihrem Tod im November 1231 wurde sie heilig gesprochen.

22. November   Gedenktag der Hl. Cäcilia

Cäcilia wurde nach einer im 5. Jahrhundert entstandenen Legende mit ihrem Verlobten Valerian und dessen Bruder Tiburtius enthauptet. Sie gilt heute als Patronin der Kirchenmusik, der Organisten und Orgelbauer, der Instrumentenmacher, Sänger, Musiker und Dichter.

24. November   Hochfest Christkönig

Das Christkönigsfest am Sonntag vor dem 1. Advent ist zugleich Abschluss des Kirchenjahres. Die Figur des König ist nicht nur eine politische, sondern sie verweist auf Transzendenz. Königshäuser beriefen sich auf himmlische Abstammung, Kaiser bezeichneten sich im Mittelalter als Stellvertreter Christi. In verschiedenen Religionen war der König zugleich Priester. Lange hielt sich die Vorstellung, dass er seine Macht unmittelbar von Gott herleitet und von

Gottes Gnaden sein Amt ausübt. Das Christkönigsfest wurde im Jahr 1925 von Papst Pius XI. eingeführt, der in der Anerkennung der Königswürde Christi das wirksamste Mittel gegen die zerstörerischen Kräfte der Zeit sah. Im Dritten reich und auch noch in der Nachkriegszeit war dieses Fest eine Demonstration der Katholiken und wurde zum Bekenntnistag der Jugend. Da der Bezug in den heutigen politischen Umständen nicht mehr gegeben ist, hat das Christkönigsfest stark an Bedeutung verloren.

30. November   Fest des Apostels Andreas

Andreas war zusammen mit seinem Bruder Petrus Fischer in Kafarnaum. Er wurde als Jünger Johannes des Täufers von Jesus berufen und führte diesem dann auch Petrus zu. Später soll er das Evangelium südlich des Schwarzen Meeres, in der unteren Donauregion und in Griechenland verkündet haben. Am 30. November 60 soll er in Patras an einem X-förmigen Kreuz (Andreaskreuz) den Martyrertod gestorben sein.

Ende Nov./Dez.: Advent

Ähnlich wie die Fastenzeit die Vorbereitungszeit auf Ostern, ist der Advent die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten, Vorbereitung auf die Geburt, Ankunft (= Advent) des Erlösers. Auch der Advent war früher eine Fastenzeit, und in Frankreich war ihm sogar ein Karneval vorgeschaltet (daher der 11.11. als Beginn der Karnevalszeit)). Er dauert vier Wochen, beginnt mit dem 30.11. am nächsten gelegenen Sonntag und endet spätestens mit dem 24.12. Der Advent gilt als eine Zeit der Stille und der Besinnung, die ganz im Gegensatz zum Gebaren in der Öffentlichkeit steht.

4. Dezember     Fest der Hl. Barbara

Laurentius, Diakon des Papstes Sixtus II., erlitt am 10. August, wahrscheinlich im Jahr 258 unter Kaiser Valerian, den Martyrertod auf einem glühenden Rost. Er gilt als der berühmteste römische Märtyrer. Schon 354 wird sein Gedenktag im Staatskalender mit der Beisetzung an der Via Appia angeführt. Konstantin baute eine Basilika in der Nähe seiner Grabstätte mit einem besonderen Verbindungsgang zur eigentlichen Gruft, heute als Basilika San Lorenzo eine der sieben Hauptkirchen der Stadt Rom.

6. Dezember    Gedenktag des Hl. Nikolaus, Bischof von Myra

Über Bischof Nikolaus von Myra in Kleinasien ist historisch wenig überliefert. Durch Legenden wurde er jedoch zu einem der beliebtesten Heiligen sowohl für die östliche als auch für die westliche Kirche: er befreit zu Unrecht verurteilte Offiziere, hilft mittellosen Mädchen, rettet ein Schiff aus Seenot. Aus der Erzählung, dass Nikolaus drei Töchtern eines armen Mannes Geld schenkte, damit diese heiraten konnten, leitet sich der Brauch ab, dass Kinder vom Nikolaus Geschenke erhalten.

9. Dezember    Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Dieses Fest hebt hervor, dass Maria schon im Moment ihrer eigenen Empfängnis durch Gottes Gnade von der Erbsünde verschont wurde. Auch wenn dieser Gedanke von Anfang an nicht unumstritten war - immer wieder wurde darauf hingewiesen, dass alle Menschen, also auch Maria, der Erlösung bedürften - wurde er schließlich angenommen und das Fest der Empfängnis der Unbefleckten Jungfrau Maria 1476 von Papst Sixtus IV approbiert.

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