Termine St. Andreas

Schlebuscher Orgelnacht "Von Jagd bis Jazz - das Horn, eine runde Sache"
01.09.2017 - mit Heinz-Peter Kortmann und Dr. Stefan Kames an der Orgel

Die Legende

Gezelinus wurde im Herzogtum Burgund geboren, wo der Name Gezelin, Gozelin oder auch Jhoselinus gebräuchlich war. Schon als junger Mensch wollte er auf Reichtum und Ehre verzichten, um Christus nachzufolgen. Darum trat er als Laienbruder in das neu gegründete Zisterzienserkloster Morimond („Stirb der Welt!“) ein. Dieses Kloster hatte der hl. Stephan Harding von Citeaux im Jahre 1115 gegründet. Wegen der tiefen Frömmigkeit seiner Mönche gelangte es bald zu hohem Ansehen.

 

Nachdem Gezelinus seine Gelübde als Laienbruder abgelegt hatte, wurde er 1135 in die gerade gegründete Zisterzienserabtei Altenberg im Bergischen gesandt. Dort übertrug ihm der Obere den niedrigsten Dienst eines Schafhirten auf dem Abteigute Alkenrath. Gezelinus übernahm diesen Dienst in großer Demut und versah ihn 14 Jahre lang mit Eifer und Sorgfalt. Aber bei allem vergaß er seine religiöse Berufung nicht; er lebte in strenger Buße mit Fasten, Wachen, Beten und Betrachten göttlicher Dinge. Kräuter und Wurzeln waren seine Speise, Wasser sein Trank. Seine Kleidung war so zerrissen, dass sie ihn kaum gegen Kälte, Hitze und Regen zu schützen vermochte.

Durch die Strenge seines Lebens verbreitete sich sein Ruf  weithin und viele Menschen kamen nicht nur, weil sie von ihm manchen Ratschlag für die Land- und Viehwirtschaft erhielten, sondern vor allem, weil sie auf seine mächtige Fürbitte bei Gott vertrauten. Davon hörte der heilige Bernhard, als er einmal nach Köln kam und war von der Demut des einfachen Ordensbruders so beeindruckt, dass er ihm sein eigenes Ordenskleid zusandte.

Auch der Himmel bestätigte Gezelinus, da auf seine Fürbitte viele Wunder geschahen und sogar die Engel ihm zu Diensten waren, wie die folgende Begebenheit zeigt: Gezelinus war ein glühender Verehrer der Gottesmutter Maria und empfand eine große Sehnsucht, ihr berühmtes Gnadenbild in Aachen zu besuchen. Aber er wusste niemanden, dem er seine Herde anvertrauen konnte.

 

Schließlich befahl er seine Herde dem guten Hirten Jesus Christus an und pilgerte nach Aachen, wo er die Gottesmutter mit herzlicher Andacht verehrte. Maria aber erhörte sein Gebet und hat seinen Platz durch einen Engel vertreten lassen, welcher in Gestalt, Kleidung und Gebärden dem Gezelinus so sehr glich, dass die Nachbarn glaubten, er sei es selbst, der das Vieh weidete.

Die bekannteste Gnadengabe, die Gezelinus von Gott erflehte, ist der Heilbrunnen bei Morsbroich: Als während eines Sommers eine anhaltende Dürre Feld und Flur versengte, alle Brunnen versiegten und selbst die Bäche ohne Wasser waren, da wandten sich die Menschen in ihrer Not an Gezelinus, er möge doch für sie bei Gott einstehen und Wasser erbitten. Gezelinus sprach ein Gebet und stieß kräftig seinen Hirtenstab in den Boden. Sofort brach eine Quelle auf, und frisches Wasser sprudelte als Labsal für die durstenden Menschen und Tiere. Und wie ein zweiter Elija erflehte Gezelinus reichlichen Regen für das ausgetrocknete Land.

 

Ein letztes Beispiel seiner Demut gab Gezelinus, als er im Sterben lag. Er bat, man möge ihn unter der Dachtraufe der Kirche von Schlebuschrath begraben. Sein letzter Wille wurde erfüllt, und schon bald kamen die Menschen von nah und fern zu seinem Grab und zu seinem Brunnen, um ihn in ihren Sorgen und Nöten um Fürsprache anzuflehen. Und der Gnadenbrunnen erwies seine Wirkung sowohl am Vieh als auch an den Menschen.

 

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