Termine St. Andreas

Der selige Gezelinus

  

Gezelinus, bislang der einzige Heilige Leverkusens, wird in Schlebusch und Umgebung seit mehr als fünfhundert Jahren verehrt. Das älteste erhaltene Zeugnis, ein Kölner Heiligenverzeichnis von 1515, führt ihn unter den Heiligen auf, deren Fest man am 6. August  feierte: 

Ebenso des Bekenners Gezelinus seligen Gedenkens, der in Schlebuschrath im Herzogtum Berg ruht“,

lautet die knappe Notiz in deutscher Übersetzung.

 

 

Entsprechend wenig wissen wir über das Leben unseres Seligen. Noch 1640 gab der Schlebuschrather Pfarrer Bartholomäus Cremer vor einer Kommission hoher Geistlicher in Deutz, die die Berechtigung der Gezelinverehrung untersuchte, zu Protokoll, über Gezelin gebe es keinerlei Zeugnisse außer seiner Quelle, einem Altar und seinem Grab vor demselben; im übrigen gebe es zahlreiche Wallfahrten dorthin.

 

Nach den spärlichen Angaben der ältesten Zeugnisse lebte Gezelin zu einer nicht mehr genau bestimmbaren Zeit, vermutlich im 12. oder 13. Jahrhundert, als Eremit oder Einsiedler im Bereich der alten Pfarrei Schlebuschrath; durch die Strenge seines Lebens stand er in hohem Ansehen bei der Bevölkerung. Nach seinem Tod wurde sein Grab in der Schlebuschrather Kirche verehrt; er wurde als Hirte dargestellt. Außerdem brachte man eine Quelle mit ihm in Verbindung, die von vielen besucht wurde, weil man ihrem Wasser Heilkraft zuschrieb.

 

Umfangreichere Nachrichten erhalten wir aus der Zeit des Deutsch-Ordens-Herrn Jobst Moritz Freiherr von Droste zu Senden, eines großen Förderers der Gezelinverehrung.  Er stiftete nicht nur den bis heute erhaltenen barocken Altar. Er gab 1729 das erste Pilgerbüchlein zum seligen Gezelin heraus. Jetzt wird Gezelinus mit Berufung auf Schriften der Abtei Altenberg mit den Zisterziensern in Verbindung gebracht. Hier finden wir erstmals die Gezelinlegende in der vertrauten Form.

 

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