Termine St. Andreas

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Die Kapelle im Dorf

 

 

Eine Kapelle im Dorf Schlebusch wird erstmals 1582 bezeugt. Sie hatte Johannes den Täufer zum Patron, wurde aber im Volksmund die "Schlebuschkapell" genannt. Während der Religionskriege wurde sie von marodierenden Soldaten niedergebrannt, später aber offensichtlich wieder aufgebaut. 
 

 

Im 18. Jahrhundert erstarkte das Straßendorf Schlebusch, weil die Straße, die die gewerbetreibenden Gemeinden im Bergischen Land mit der freien Reichsstadt Mülheim verband, als Handelsweg an Bedeutung gewann. In Schlebusch siedelten sich Wirtshäuser, Herbergen und Pferdehaltereien an. Denn die schweren Wagen, die von Mülheim kamen, benötigten zusätzliche Pferde für den Aufstieg auf die Berge. So wuchs das Dorf Schlebusch, wenn auch der agrarische Charakter weithin gewahrt blieb.

Die Schlebuscher wollten nun nicht länger vom abseits gelegenen Schlebuschrath abhängig sein. Selbstbewusst forderten sie vom Pfarrer eigenen Gottesdienst und eigene Schule im Dorf und verwiesen auf die Schlebuscher Kapelle. Sie mussten aber noch bis zur Jahrhundertwende warten, ehe sie sich mit ihren Forderungen durchsetzen konnten.In den Jahren 1802-04 war im Dorf unter Leitung von Baumeister Hövelberg aus Bürrig ein neues Gotteshaus errichtet worden. Der Bau war aus Bruchsteinen gemauert, 21 m lang, 13 m breit und 7 m hoch, also um mehr als die Hälfte größer als die alte Pfarrkirche. Das Dach war mit Schiefer gedeckt. Die Kirche hatte aber keinen Turm, sondern nur einen kleinen Dachreiter.1810 war es endlich so weit. Das Generalvikariat verfügte: "Die Pfarrkirche, die bisher in Schlebuschrath bestanden hat, wird mit allen Privilegien und Rechten in die nahegelegene Kapelle des Dorfes Schlebusch übertragen die Kirche zu Schlebusch behält den alten Patron und Titel St. Andreas bei. Derjenige, der der alten Kapelle eigen war, soll in Hinsicht der Verehrung den zweiten Rang einnehmen."

 

Von der Ausstattung dieser Kirche sind der Mittelteil der Kommunionbank und einige Bänke erhalten, die heute in der Gezelinkapelle stehen. Eine lebensgroße Statue Johannes des Täufers in der Pfarrkirche erinnert an den ursprünglichen Patron der Schlebuscher Kapelle.

 

Nach Errichtung der neuen Schlebuscher Pfarrkirche wurde das Gebäude an die Zivilgemeinde verkauft und abgerissen. An seiner Stelle steht heute das Alte Bürgermeisteramt. Auf einer kleinen Gedenktafel ist in lateinischer Sprache zu lesen: "Wanderer bleib stehen und lies: An dieser Stelle hat bis zum Jahre des Herrn 1890 die Kirche der katholischen Pfarre gestanden. Friede sei auch diesem Neubau des Rathauses.”