Termine St. Andreas

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Historie der Kirchengemeinde und Pfarrkirche

 

Die erste Pfarrkirche St. Andreas stand in Schlebuschrath. Vermutlich ist sie als Eigenkirche des dortigen Ritterguts errichtet worden. Die am weitesten zurückreichende Überlieferung über eine Schlebuscher Pfarrkirche ist mit der Gezelinlegende verknüpft. Denn Gezelinus soll sterbend den Wunsch geäußert haben, unter der Dachtraufe dieser Kirche begraben zu werden. Das geschah um 1150.

Tatsächlich ergab eine archäologische Lehrgrabung 1975, dass es auf einem erhöhten, hochwasserfreien Grundstück nahe der Dhünn bereits im 12. Jahrhundert eine rechteckige, aus Bruchsteinen errichtete Saalkirche gab. Sie war 4,95 m breit und 9,40 m lang. Um 1230 wurde sie durch eine Querhaus erweitert. Ein kleiner Anbau diente der Überlieferung nach dazu, das Gezelingrab in den Kirchenraum einzubeziehen. Wenig später wurde eine Apsis hinzugefügt und schließlich im 14. oder 15. Jahrhundert ein massiver Turm aus Backsteinen errichtet.

Aus dieser Zeit stammen auch die Pietá (1400-1415), Anna Selbdritt (1460) und vier Plastiken vom Ende des 15. Jahrhunderts, Maria, den Apostel Johannes, Katharina von Alexandrien und Christus darstellend. Die Marienglocke wurde laut Inschrift 1490, die Annaglocke 1491 in Schlebuschrath gegossen. Diese beiden alten Glocken wurden später - bei der Verlegung des Pfarrgottesdienstes nach Schlebusch - in die neue Kirche übernommen.Bei den Ausgrabungen fand man neben zahlreichen Erdgräbern und der gemauerten Gruft eines Deutschordenskompturs einen Sarkophag aus rotem Sandstein. Solche Sarkophage wurden im 8./9. Jahrhundert im Kölner Raum gefertigt und auch später noch zur Beisetzung hochgestellter Persönlichkeiten verwendet. Man darf vermuten, dass er in Schlebusch als Kultgrab für den seligen Gezelinus diente. Heute ist er in der katholischen Pfarrkirche von Alkenrath zu sehen.

Ende des 18. Jahrhunderts war die erste Schlebuscher Pfarrkirche baufällig und für die gewachsene Gemeinde auch zu eng. 1810 wurde der Pfarrgottesdienst nach Schlebusch verlegt. Eine Zeitlang diente der Kirchhof der alten Pfarrkirche noch als Begräbnisstätte. 1824 wurde das Gebäude niedergelegt, um 1864 verschwanden auch die alten Grabkreuze.