ERZBISTUM KÖLN     

Töchter des Schweigens

Das Mädchen

Das Regenmädchen

Der Fall Collini

Der Regen, bevor er fällt

Die Gräfin der Lüfte

Die hellen Tage

Die Todesbotschaft

Familienangelegenheiten

Feigen aus Detroit

Im Meer schwimmen Krokodile

Lea

Little Bee

Mathilde und der Duft der Bücher

Tausend kleine Schritte

Tote Mädchen lügen nicht

Tschick

Weil Sie sich liebten

Zerbrechlich

Zoli

Angerichtet

Das Bücherzimmer

Der Himmel ist kein Ort

Der Junge, der Träume schenkte

Ein reiner Schrei

Nichts als Erlösung

Ein Buch für Hanna

Sommerhaus mit Swimmingpool

 

 

 

Töchter des Schweigens

  

  von Elia Barcelo

  

Die Töchter sind sieben Freundinnen aus Spanien, die zwar sehr unterschiedlich sind, aber stets zusammenhalten. Vor dreißig Jahren hat ein schreckliches Ereignis auf einer Klassenfahrt nach Mallorca ihr Leben für immer verändert, doch keine von ihnen hat jemals darüber gesprochen.
Als eine der Freundinnen tot in der Badewanne gefunden wird, sieht zunächst alles nach Selbstmord aus, doch die Polizei glaubt nicht daran. Zu viele Details passen einfach nicht zusammen.
Während die Ermittler lange Zeit im Dunkeln tappen, begeben sich die Freundinnen auf eine Reise in ihre Vergangenheit und legen dabei Erinnerungen frei, die lange Zeit verdrängt wurden und jetzt mit voller Wucht zurückschlagen…

Ein spannender Schmöker, kein Krimi auch wenn der Eindruck entstehen könnte.

  

 

  Das Mädchen

  

  von Angelika Klüssendorf

   

Ein 12jähriges Mädchen wächst zusammen mit seinem 6jährigen Bruder bei der alkoholkranken Mutter auf, deren willkürlichen Züchtigungen die verwahrlosten Kinder schutzlos ausgeliefert sind Schon lange stiehlt das Mädchen, um für sich und den Bruder zu sorgen. Nachdem der Vater kurz wieder bei ihnen gewohnt hat und die Mutter schwanger zurück lässt, spitzt sich die Lage zu, denn die Mutter lässt ihren Zorn auf den Vater an den Kindern aus. Während der Junge die Angriffe erträgt, beginnt das Mädchen sich zu wehren. Es verlässt immer öfter sein Zuhause auch über Nacht. Schließlich kommt es in ein Heim. Seine Hoffnungen auf ein besseres Leben schöpft es aus Tagträumen.

Schonungslos wir hier eine realistische und scheinbar aussichtslose Situation beschrieben. Das Buch ist nominiert für den Buchpreis 2011.

     

 

  Das Regenmädchen

  

  von Gabi Kreslehner

 

Eine regennasse Fahrbahn. Einzelne Autos, die vorbeirauschen. Ein grauer Morgen. Als Kommissarin Franza Oberwieser an den Tatort kommt, trifft sie der Anblick der Toten wie ein Schlag. Ein schönes junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid liegt verrenkt am Straßenrand. Franza beginnt Fragen zu stellen und begegnet nur Menschen, die etwas zu verbergen haben. Dunkle Seiten, Abgründe, Lügen. Die Tote kannte sie alle. Musste sie deshalb sterben?

Ein spannender Krimi, der dank dunkler Geheimnisse, verhängnisvoller Affären und der liebenswert schroffen und gleichzeitig verletzlichen Ermittlerin bis zur letzten Seite fesselt. Lesenswert und etwas Besonderes. Gut geeignet für Leser, die normalerweise nicht zu einem Krimi greifen.

       

 

  Der Fall Collini

  

  von Ferdinand von Schirach

 

Caspar Leinen hat sich gerade in Berlin als Anwalt niedergelassen. 
Er bekommt ein Pflichtmandat, bei dem die Rechtslage zunächst vollkommen eindeutig zu sein scheint. 
Fabricio Collini, ein bis dahin unbescholtener, pflichtbewusster Ruheständler, hat im Berliner Adlon-Hotel Hans Meyer hingerichtet. 
Was Leinen zunächst nicht weiß: Hans Meyer ist der Großvater seines besten Schulfreundes, der durch einen Verkehrsunfall ums Leben kam. Ein Großindustrieller mit unzähligen Verdiensten und für Leinen stets ein väterlicher Ratgeber. 
Collini gibt die Tat unumwunden zu, schweigt sich jedoch über sein Motiv aus. 
Leinen entschließt sich zur Verteidigung Collinis und versucht, mehr über seine Beweggründe zu erfahren, die lange im Dunkeln bleiben... 

Eine spannend erzählte Geschichte.

      

 

  Der Regen, bevor er fällt.

  

 von  Jonathan Coe

 

Eine Handvoll Fotos und ein Stapel selbst besprochener Tonbänder, das ist Rosamonds Vermächtnis an Imogen, die blinde Enkelin ihrer Cousine Beatrix. Auf den Bändern erzählt Rosamond die Familiengeschichte und findet nach und nach Worte für jenes Unglück, das zu Imogens Erblindung führte. – Ein bewegender Roman über drei Generationen von Frauen und über das verzweifelte Streben nach Liebe und dem Lebensglück.

Ein spannend erzählter Familienroman.

      

 

  Die Gräfin der Lüfte

  

  von Milena Agus

  

Drei Schwestern in Cagliari aus verarmtem Adel auf der verzweifelten Suche nach Glück: Noemi, die Älteste, träumt davon, die veräußerten Teile des Familienpalazzo zurückzukaufen. Maddalena und ihr Mann sehnen sich leidenschaftlich nach einem Kind. Die weltfremde jüngste Schwester wird wegen ihres weichen Herzens und ihrer Ungeschicktheit als "Gräfin der Lüfte" verspottet. Sie sorgt sich um ihren fünfjährigen Sohn, der ständig wegläuft und von anderen Kindern gemieden wird. Doch als sie eines Tages ihren frisch geschiedenen Nachbarn kennen lernt, wendet sich das Blatt.

Ein kleiner Roman in einer leichten und lockeren Sprache.  

     

 

 

  Die hellen Tage

  

  von Zsuzsa Bank

  

Die Geschichte spielt in einer süddeutschen Kleinstadt. Die hellen Tage, das sind die, die Seri mit ihrer Freundin Aja verbringt, einem Mädchen, das am Rande der Stadt in einer Baracke wohnt, einen Vater hat, der Trapezkünstler ist und nur einmal im Jahr zu Besuch kommt. Später stößt noch Karl hinzu, dessen Eltern nur dunkle Tage kennen, seit Karls kleiner Bruder zu einem fremden Mann ins Auto stieg und nie mehr wiederkam.

Drei Kinder aus drei Familien, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Buch begleitet sie durch ein halbes Leben und erzählt ihre Geschichte.

  

 

  Die Todesbotschaft

    

 von Sabine Kornbichler

  

Ein junger Mann verunglückt mit seinem Auto. Eine Frau stürzt bei einer Bergwanderung in die Tiefe. Eine andere kommt um, als sie einen Einbrecher überrascht. Auf den ersten Blick handelt es sich um Unfälle ohne erkennbaren Zusammenhang. Doch Finja, deren Schwester unter den Toten ist, macht eine erschreckende Entdeckung – und gerät ins Visier von Menschen, denen Geld und Macht über alles geht …

 

Ein spannender Psychothriller

     

 

  Feigen aus Detroit

  

  von Alina Juris

  

Fatima kam mit 17 Jahren aus dem Libanon in die USA, hat dort zehn Kinder großgezogen und sich nach 65 Jahren Ehe von ihrem Mann getrennt. Jetzt lebt sie bei ihrem Enkel Amir und unterhält sich allabendlich mit Scheherazade: Die Märchenerzählerin aus 1001 Nacht schwebt auf einem fliegenden Teppich aus dem Orient herbei und fordert nun ihrerseits spannende Geschichten. Doch Fatima klagt lieber über die schweren Aufgaben, die sie sich auf ihre alten Tage noch aufgebürdet hat. Zum Beispiel muss sie dringend eine Frau für Amir finden, damit der nicht länger glaubt, er sei schwul.

Wortgewandt, witzig und wunderbar exotisch – kurzum: ein sehr bezauberndes Buch!

     

 

  Im Meer schwimmen Krokodile

  

  von Fabio Geda

  

Enaiatollah ist zehn Jahre alt, als ihn seine Mutter von Afghanistan in den Iran schmuggelt und verlassen muss. Zum Abschied soll er ihr drei Dinge versprechen: nie Drogen zu nehmen, nie Waffen zu benutzen, nie zu stehlen. Ihre Worte werden sein Leitfaden auf der Odyssee durch sechs Länder – immer in Richtung Europa. Schließlich kommt der Junge nach Italien und findet eine neue Heimat, ein zweites Leben, das Glück.

Der italienische Schriftsteller Fabio Geda schreibt nicht nur Romane, sondern kümmert sich auch um Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Dabei ist er auf Enaiatollahs Geschichte gestoßen.

Ein lesenswertes Buch, das nachdenklich stimmt.

     

 

  Lea

  

 von Pascale Mercier

  

Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zugang hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Lea erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung, und schon bald liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füssen. Doch während Lea von Erfolg zu Erfolg eilt, treibt es ihren anfangs überglücklichen Vater Martijn van Vliet immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurück zu gewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen, das alles verändert…

     

 

  Little Bee

  

 von Chris Cleave

  

Manchmal wünscht sie sich, sie wäre eine englische Pfundmünze: dann würde sich nämlich jeder freuen, sie zu sehen. Little Bee ist 16 Jahre alt und stammt aus Afrika. In ihrer Heimat ist ihr Schreckliches zugestoßen, und seit zwei Jahren lebt sie in einem englischen Abschiebelager für Asylbewerber. Trotz allem ist sie ein Mensch voll Lebensfreude, Witz und Intelligenz. In England kennt sie außerhalb des Lagers nur zwei Menschen: Vor Jahren hat sie in Nigeria das Ehepaar Sarah und Andrew, die im englischen Kingston-upon-Thames ein privilegiertes Leben führen, kennen gelernt. Ein furchtbares gemeinsames Erlebnis hat eine tragische Verbindung zwischen ihnen geschaffen. Als Little Bee aus dem Lager entlassen wird, ruft sie bei Sarah und Andrew an. Ein Anruf, der unvorhersehbare Folgen hat: Einige Tage später bringt sich Andrew um. Und kurz darauf steht Little Bee vor Sarahs Tür...

Ein spannendes Buch, welches sich mit Asylpolitik auseinandersetzt.

     

 

  Mathilde und der Duft der Bücher

  

 von Anne Delaflotte

  

Klappentext:

 

Ein guter Buchbinder liest nicht, hat Mathildes Großvater immer gesagt. Doch wie soll sie der Versuchung widerstehen? Da betritt dieser gut aussehende junge Mann ihre Werkstatt in dem kleinen Dorf in der Dordogne, in das sie vor kurzem gezogen ist. Und er überreicht ihr dieses geheimnisvolle alte Buch mit Brandspuren. Es enthält Zeichnungen und Aquarelle einer Tempelanlage im Wald. Beim Restaurieren entdeckt Mathilde außerdem eine im Rücken verborgene, handgeschriebene Namensliste. Als sie den Spuren dieser Namen nachgeht, stößt sie auf ein Geheimnis aus der deutschen Besatzungszeit, das bis heute nachwirkt. 

 

Mit französischer Leichtigkeit erzählt Anne Delaflotte diese stimmungsvolle, sinnliche Geschichte über eine junge Frau und ihre Passion für die Welt der Bücher.

     

 

  Tausend kleine Schritte

  

 von Toni Jordan

  

Grace Lisa Vandenburg zählt alles, was sie umgibt, jede Kleinigkeit: die Schritte bis zu ihrem Lieblingscafé, die Streusel auf ihrem Orangenkuchen und die Buchstaben ihres Namens. Erst Seamus O’Reilly und sein unwiderstehlicher Wunsch, hinter das Geheimnis ihres Lebens zu kommen, lässt sie die Kontrolle verlieren.

 

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte über einen Menschen, der hilflos und kraftvoll zugleich ist.

     

 

 

  Tote Mädchen lügen nicht

  

  von Jay Esher

  

Aus dem Amerikanischen von Knut Krüger. Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf "Play" - und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon …

 

Ein Jugendbuch, aber auch für Erwachsene eine spannende Lektüre.

      

 

  Tschick

  

  von Wolfgang Herrndorf

  

Der Berliner Schriftsteller und Maler Wolfgang Herrndorf (Jahrgang 1965) liefert mit «Tschick» den kurzweiligsten Roman der Saison: Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow. Tschik ist Russlanddeutscher, kommt aus einem der Hellersdorfer Plattenbunker, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Tschick hat einen geklauten Lada zur Hand als er auf Maik trifft. Maik ist mit seinen vierzehn Jahren kaum jünger als Tschick, doch Maik ist wohlstandsverwahrlost: Die Mutter in der Entzugsklinik, der Vater mit der Assistentin auf Geschäftsreise, und er in den großen Ferien alleine am Pool der elterlichen Villa. Die beiden Jugendlichen beginnen eine planlose Reise durch die sommerliche ostdeutsche“Wallachei“

 

Ein Jugendbuch nominiert für den Jugendbuchpreis 2011, lesenswert auch für Erwachsene.

    

 

  Weil sie sich liebten


  von Anita Shreve

 

  

Wer aufgrund des Titels einen Liebesroman erwartet, ist getäuscht.

Mike Bordwin ist stolz, Direktor des renommierten Avery College zu sein. Doch dann zerstört ein kurzer Moment alles, wofür er ein Leben lang gekämpft hat

In dem feinen Eliteinternat veranstalten drei Jungen und ein 14jähriges Mädchen eine sexuelle Orgie, die auf einem Band von einem fünften Täter festgehalten wird. Dieses Band gelangt anonym zu seiner Kenntnisnahme. Die Bilder sind ekelhaft und Mike Bordwin ist geschockt. Niemand kann sich einen Reim darauf machen, wie es zu dem Verstoß gegen alle guten Sitten und die Internatsordnung kommen konnt

 

Ein aufwühlender Roman über Leidenschaft und Treue, Begierde und die Zerbrech­lichkeit des Glücks

     

 

 

  Zerbrechlich

  

 von Jodi Picoult

 

„Zerbrechlich“ ist die erschütternde Geschichte über die tiefe Mutterliebe zu einem kranken Kind.
Charlotte liebt ihr Kind Willow über alles. Doch Willow hat die Glasknochenkrankheit, beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Nun verklagt Charlotte ihre Frauenärztin, die die Krankheit hätte erkennen können. Doch dafür muss sie behaupten, sie hätte ihr Kind lieber nie bekommen

Diese Geschichte ist nach einer wahren Begebenheit nacherzählt, tief bewegend und lässt einen so schnell nicht wieder los.

      

 

  Zoli

  

 von Colum McCann

  

Die junge Roma Zoli ist eine starke Frau. Politisch verfolgt, von ihrer Sippe verstoßen und von ihrem Geliebten verraten, setzt sie sich dennoch gegen alle Widerstände durch.

Eine spannende Geschichte vom Überleben, von der Musik und dem unbändigen Willen eines Menschen, doch noch sein Glück zu finden.

Ein Buch das nachdenklich stimmt.

 

  

  Familienangelegenheiten

  

von Anne Patchett

  

Für Theodore und Tip ist nach dem Tod ihrer Adoptivmutter Bernadette eine Marienstatue, die ihr so sehr ähnelt, der einzige Trost. Doch ihre Trauer lässt sie nie darüber nachdenken, wer ihre leibliche Mut­ter ist. Erst als die beiden viele Jahre später in einen Unfall verwickelt werden, bei dem sich eine Frau lebensgefährlich verletzt, beginnen sie über Bernadettes Tod nachzudenken und über ihre eigene Herkunft. »Eine wunderbare, wahrhaftige Geschichte, wie sie nur eine klassische amerikanische Erzählerin schreiben kann.«

    

  Angerichtet

  

von Herman Koch

 

Der preisgekrönte Bestseller aus den Niederlanden erzählt ein Familiendrama, das um die Fragen kreist: Wie weit darf Elternliebe gehen? Was darf man tun, um seine Kinder zu beschützen? Zwei Ehepaare - zwei Brüder und ihre Frauen - haben sich zum Essen in einem Spitzenrestaurant verabredet. Sie müssen über ihre Söhne sprechen, Michel und Rick. Die beiden Fünfzehnjährigen haben etwas getan, was ihr Leben für immer ruinieren kann.

Mit unglaublicher Raffinesse und großem Sprachwitz erzählt Herman Koch eine Geschichte von bedingungsloser Liebe, Gewalt und Verrat.

   


  Das Bücherzimmer

  

von Rosmarie Marschner

 

Sensibel, packend und milieugenau zeichnet Rosemarie Marschner in ihrem neuen Roman die Lebensjahre eines unehelich geborenen Mädchens nach, das gegen die Konventionen der bürgerlichen Gesellschaft der 30er Jahre ankämpft und sich dabei souverän behauptet. Die in Österreich geborene Autorin hat sich bei diesem Roman an der Biografie ihrer Großmutter orientiert. Getragen von einer spannenden und genau recherchierten Handlung gelingt der Autorin das authentische Zeitbild einer Frau, die sich mitten in den Wirren des österreichischen Nationalsozialismus von sämtlichen Repressionen emanzipiert.

   

  Der Himmel ist kein Ort

  

von Dieter Wellershoff

 

"Der Himmel ist kein Ort" beginnt wie ein Krimi. Der junge Landpfarrer Ralf Henrichsen wird nachts als Seelsorger zu einem Unfallort gerufen. Ein Wagen ist von der Straße abgekommen und in einen See gestürzt. Der Fahrer hat sich retten können, seine Frau wird tot geborgen, der Sohn fällt ins Koma. Bald gerät der Fahrer unter Mordverdacht, weil Gerüchte um eine Ehekrise die Runde machen.
Der Held des Romans ist ein innerlich zerrissener junger evangelischer Pfarrer, dessen Glaube ebenso ins Wanken gerät wie sein Vertrauen in die Kirche.

 

Ein tiefgründiges, emotionales aber auch spannendes Buch.

 

Beim Stöbern in der Bücherei gefunden. Empfehlenswert.

 

  

  Der Junge, der Träume schenkte

 

von Luca di Fulvio

 

New York, 1909. Aus einem transatlantischen Frachter steigt eine junge Frau mit ihrem Sohn Natale. Sie kommen aus dem tiefsten Süden Italiens - mit dem Traum von einem besseren Leben in Amerika. Doch in der von Armut, Elend und Kriminalität gezeichneten Lower East Side gelten die gnadenlosen Gesetze der Gangs. Nur wer über ausreichend Robustheit und Durchsetzungskraft verfügt, kann sich hier behaupten.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Im ersten Teil wird über die Armut, Kriminalität und Brutalität der Gangs berichtet, mittendrin Natale, der, um ein richtiger Amerikaner zu werden, den Namen Christmas bekommen hat. Christmas möchte diesem aussichtslosen Leben entfliehen…
Im zweiten Teil erlebt man Christmas, der mit Hilfe seiner Mutter und Freunde den Aufstieg in ein besseres Leben schafft und eine Radiostation gründet. Parallel dazu wird die Liebesgeschichte zu der Jüdin Ruth erzählt.

Ein spannendes Buch, welches den Leser in die Zeit Amerikas Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts entführt.

Sehr empfehlenswert.

  

 

  Ein reiner Schrei


von Siobhan Dowd

 

Diese Geschichte nimmt den Leser mit in einen kleinen Ort im sehr katholischen Irrland im Jahr 1984.

Die Mutter von Shell und ihren zwei Geschwistern ist viel zu früh verstorben, ihr Vater dem Alkohol und einer fanatischen religiösen Haltung verfallen.

Zarte Freundschaftsbande zwischen Shell und dem jungen Pater Rose bringen etwas Licht in ihr trostloses Leben. Der Klatsch der Gemeinde erstickt diese Beziehung und Shell verbringt nun viel Zeit mit ihrem Klassenkameraden Declan.

Als dieser wortlos nach Amerika verschwindet, bleibt Shell schwanger zurück.

Plötzlich steht sie im Mittelpunkt eines Skandals, der nicht nur den kleinen Ort, sondern ganz Irrland erschüttert.

 

Ein bemerkenswertes Buch über Einsamkeit, Verrat und Liebe, und die Kraft das Leben und sein Schicksal zu ertragen. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ein Jugendbuch. Empfehlenswert auch für jung gebliebene Leser.

 

  Nichts als Erlösung


von Gisa Klönne

Der Mord an Jonas Vollenweider passiert zwischen Dom Hauptbahnhof und Kölner Dom, auf den Rheinwiesen. Hauptkommissarin Judith Krieger, die als Joggerin am Tatort vorbei kommt, sieht noch den in die Dunkelheit flüchtigen Mörder. Sie übernimmt den Fall. Ihre Ermittlungen führen Judith Krieger in die Vergangenheit. Zu einer Familientragödie. Und zu einem Kinderheim, dessen Wurzeln bis in die NS-Zeit reichen. Ist der Täter ein ehemaliges Heimkind? Ist Rache sein Motiv? Schon bald fordert er Judith Krieger zu einem perfiden Wettkampf heraus.
Ein eindringlicher und rasant erzählter Kriminalroman über ein lange verschwiegenes Kapitel der deutschen Geschichte.
Auch für „Nichtkrimileser“ ein spannendes und unterhaltsames Buch, bei dem es schwer fällt, es aus der Hand zu legen.


  Ein Buch für Hanna


von Mirjam Pressler

Der zweite Weltkrieg und die damit verbundene Verfolgung von Juden ist ein düsterer Bestandteil der deutschen Geschichte. Damit auch die nachwachsenden Generationen diese Zeit nicht vergessen, gibt es zahlreiche Kinder- und Jugendbücher, die Aufklärung leisten. Dazu zählt auch das Werk von Mirjam Pressler: Ein Buch für Hanna.
Sie erzählt die Geschichte der 14jährigen jüdischen Hanna, die während des Nationalsozialismus ihre Heimat und Familie verlassen muss und letztendlich nach Theresienstadt deportiert wird. Sie überlebt und nach neun Jahren gelingt es Hanna, nach Palästina zu reisen und dort eine neue Heimat zu finden.
Eine bewegende Geschichte in Zeiten des Krieges. Ein Jugendbuch, aber auch empfehlenswert für jung gebliebene Erwachsene, die etwas über die schrecklichen Jahre 1939 – 1945 erfahren möchten

Beim Stöbern in der Bücherei gefunden


  Sommerhaus mit Swimmingpool


von Hermann Koch

In dem neuen Roman von Hermann Koch ist der Erzähler Marc Schlosser ein Hausarzt in Amsterdam
Er hat eine attraktive Frau und zwei heranwachsende Töchter. Ihm ist nichts heilig, auch nicht  seine Familie. Mit einem seiner Patienten, dem berühmten Schauspieler Ralph Meier und seiner Familie kommt es zu einem gemeinsamen Urlaub im Sommerhaus mit Swimmingpool in Frankreich.
Im Jahr darauf stirbt Ralph Meier und Marc Schlosser muss sich wegen eines möglichen Kunstfehlers vor der Ärztekammer verantworten. Oder hat der Tod von Ralph vielleicht mit den Geschehnissen im Sommerhaus zu tun?
 
Ein Buch in dem das Böse, die Macht der Sexualität und Heuchelei eine große Rolle spielen, fast ein Thriller. Ein spannend erzähltes Familiendrama.
Wer das Buch „Angerichtet“ gelesen hat, weiß was ihn erwartet.


                                                         

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