Die neuen Fenster der Alten Pfarrkirche

In Bleiverglasung aus edelsten Opak- und Opalfläsern hergestellt, beinhalten die Fenster der Alten Kirche Themen der 8 Seligkeiten aus der Bergpredigt. Sie sind in symbolisch abstrakter Weise gestaltet.

1 Selig die Armen im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich.

Die Armen vom Geiste her, das heißt, die ohne Anspruch vor Gott treten und ohne Wünsche. Das Fenster (im Emporen und Heizungsbereich) zeigt in symbolischer Form den mühevollen Weg nach oben zum Ziel und Sieg.

2 Selig die Sanftmütigen, denn sie werden getröstet werden.

Sanftmütig, Leben ohne Gewalt, mit stetigem Willen zur Verständigung. Im Bild leicht fließenden Vogel- und Flügelformen. Die Ähren deuten auf Lebensfülle und das eucharistische Brot.

3 Selig, die da Leid tragen, denn sie werden getröstet werden.

Oft wird dem Menschen durch das Leid bewußt, dass es eine Prüfung sein könnte und ihn zum Streben nach dem Ewigen beflügelt. Tränen und Tropfenformen in verhaltenen Farben, aber auch Zeichen des Lichts und der Hoffnung im Kreuz.

4 Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden gesättigt werden.

Gerechtigkeit bedeutet nciht nur richtiges Handeln gegenüber dem Nächsten, sondern auch rechtes Denken, so dass wir in Einklang mit Gott kommen. Die Farben im Fenster sind eintschieden auf Rot und Grün gestimmt, die Waage als Symbol des Ausgleichens und behutsamen Handelns.

5 Selig, die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

Nicht nut dem Nächsten helfen, seine materielle und geistige Not zu lindern, auch im Bereich der Gedanken sollst Du barmherzig sein, so wird Dir von Gott her gleichermaßen widerfahren. Im Fenster rote, feuerhafte Formen, die auf die Tugend der Liebe hinweisen, oben die über allem schwenende Hand Gottes.

6 Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.

Reinheit des Herzens sollte in einem umfassenden Sinn verstanden werden, d. h. das Erkennen Gottes als einzige Ursache und Macht in unserem Leben. Das Fenster ist in hellen Grau- und Goldtönen gehalten, als Zeichen der Reinheit steht die Lilie, die Augenform für Schauen und geschaut werden.

7 Selig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Gemeint sind die Friedensuchenden, welche nicht nur in der Verbrüderung mit dem Nächsten, sondern auch im beständigen Bewußtsein der Gegenwart Gottes den Frieden im Innern finden und so gleichsam Gottes Söhne und Kinder werden. Im Fenster freudige, helle Farben und beschwingte schwebende Formen.

8 Selig, die Verfolgung leiden um der Gerechtigkeit willen, denn ihrer ist das Himmelreich.

Verfolgt werden wegen der Gerechtigkeit, die wir dem Anderen gegenüber üben, aber auch im Streit mit unserem eigenen Selbst. In der Überwindung finden wir zu der Erkenntnis der Existenz Gottes, dem Himmelreich, das in uns sein kann. Das Fenster (im Sakristei- und Emporenbereich) zeigt auf stumpfen Grauklängen das Gitter des Gefangenseins, Dornenspitzen und Dolch.

 

9 Johannes der Täufer

Fenster an der Südseite / Empore

Johannes, ein Mann in der Wüste, der den Messias vorausschaute und auf das Lamm Gottes hinweist.

 

Dieser Deutungsversuch mag als Anregung zur Betrachtung und Meditation dienen. Letztlich lassen sich die Fenstergestaltungen nicht mit Worten erklären, sie haben ihre eigene Sprache, die der Phantasie.