Chorleitung


 

Neue Kirchenmusiker mit neuen Ideen an St. Gereon

 

Seit März 2014 sind Musikdirektor Bernhard Löffler und seine Ehefrau Ingrid Fraunholz verantwortlich für die Kirchenmusik an St. Gereon. Herr Löffler wird in seiner Arbeit als Chorleiter und Organist tatkräftig unterstützt durch seine Frau Ingrid Fraunholz, die als Gesangslehrerin und -pädagogin den Sängerinnen und Sängern die Technik des Singens vermittelt.

 


 

Bernhard Löffler

 

Bernhard Löffler begann nach dem Abitur sein Studium im Fach Musik am Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg. Weitere Stätten seiner musikalischen Ausbildung waren Karlsruhe, München, Innsbruck, Linz und Salzburg. Abschlussdiplome erwarb er in den Fachrichtungen Katholische Kirchenmusik A, Singschul- und Musiklehrer, Staatl. Chor- und Orchesterleiter sowie Kapellmeister und Komposition. Gleichzeitig studierte Bernhard Löffler Musikwissenschaft an der Universität Augsburg. Zu seinen Lehrern zählen international bekannte Musiker wie Edgar Seipenbusch (Dirigieren), Eric Ericson (Chorleitung), Peter Eben (Komposition) und William Christie (Orgel).

 

Regelmäßige internationale Gastdirigate führten ihn bereits zu den ver-schiedensten Konzert- und Theaterbühnen, u.a. Radio Sinfonie Orchester Pilsen, Prager Philharmoniker, Böhmische Philharmonie (Tschechien), Donau Symphonieorchester Budapest (Ungarn), Philharmonisches Orchester Satu Mare (Rumänien), Symphonie-Orchester Waldenburg (Polen).

 

Seit September 2012 ist er Leiter der Kunst- und Musikschule der Stadt Brühl. Zahlreiche CD-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen zeugen von seiner vielfältigen Arbeit.

 


 

Ingrid Fraunholz

 

Die Sopranistin Ingrid Fraunholz begann ihre Gesangsausbildung bereits im Alter von 11 Jahren bei Manfred Hegen (Hochschule für Musik in Würzburg) und studierte nach dem Abitur am Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg bei KS Dorothea Chryst, was sie mit künstlerischer Reifeprüfung und mit staatlich geprüftem Musikschullehrer als Doppelstudium abschloss. Anschließend belegte sie ein Studium bei Prof. Maria de Francesca-Cavazza (Hochschule für Musik München) sowie zahlreiche Kurse bei KS Prof. Walter Berry, KS Prof. Charlotte Lehmann und Jessica Cash (London).

 

Ihre Partien sind u.a. „Agathe“ aus „Der Freischütz“, „Frau Fluth“ aus „Die lustigen Weiber von Windsor“, „Rosalinde“ aus „Die Fledermaus“) u.a.m. Besonders wichtig sind ihr die Bereiche Konzert und Oratorium, wo sie in vielen Werken wie im „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, in der „Missa solemnis“ und der „9. Sinfonie“ von Ludwig van Beethoven, in der „Johannes-Passion“ von Johann Sebastian Bach u. v. a. überzeugen konnte.

 

Auch als Pädagogin ist sie äusserst erfolgreich. So gewannen ihre Schüler bereits zahlreiche Wettbewerbe wie den Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, den „Bundeswettbewerb Gesang Berlin“ und viele andere mehr. Zahlreiche CDs, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen runden ihr künstlerisches Schaffen ab.

 

Wir sehen es als einen Glücksfall an, dass es der Gemeinde gelungen ist, diese beiden Künstler für die Kirchenmusik an St. Gereon gewinnen zu können und wünschen ihnen für ihre Aufgabe in unserer Gemeinde viel Erfolg und Gottes Segen und hoffen auf eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zum Lobe Gottes und zur Freude und Erbauung der Gläubigen.

 

Text und Fotos: Willi Ackermann

 


 

Interview mit Bernhard Löffler und Ingrid Fraunholz


Herr Löffler, Frau Fraunholz, seit nunmehr gut acht Monaten sind Sie verantwortlich für die Kirchenmusik an St. Gereon. Welche Aufgaben nehmen Sie beide im einzelnen wahr und wie fällt Ihr Fazit aus?

 

Fraunholz: Während ich durch meine Erfahrungen mich mehr auf die stimmbildnerische Betreuung der Sängerinnen und Sänger konzentriere, übernimmt Bernhard die dirigentischen und interpretatorischen Bereiche. Jeder von uns hat sich spezialisiert, in der Mischung und Ergänzung zu einem Team können wir so Chöre optimal fördern und entwickeln. Ein großer Vorteil ist auch, dass wir bei den Proben auch Stimmproben gleichzeitig parallel ausführen können. Das bedeutet für alle Sängerinnen und Sänger eine große Zeitersparnis. Es macht uns sehr viel Spaß, alle kennenzulernen, mit den Chorgruppen zu arbeiten und uns musikalisch in die Gemeinde in Gottesdienst und Konzert einzubringen. Besonders schön ist, dass wir den Eindruck haben, dass es sich um eine sehr aktive, selbständige und auch sehr offene Gemeinde handelt.

 

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den beiden Chören und welche Vorstellungen haben Sie für die nächste Zukunft?

 

Löffler: Ich denke, dass sich beide Gruppen sehr gut ergänzen und dass man an der bisherigen Arbeitsweise nichts ändern muss. Der Kammerchor erarbeitet seine eigenen Konzertprogramme wie das „Vivaldi-Konzert“ und unterstützt den Kirchenchor in einem gemeinsamen Projekt im März 2015 bei Rossinis „Stabat mater“. Durch die Synergie kann die Kirchenmusik in St. Gereon ein Leuchtturm werden, der das Leben in der Pfarrei und darüber hinaus prägt.

 

In diesem Jahr stehen noch zwei Termine an. Im Vorweihnachtskonzert am 3. Advent ist das „Weihnachtsoratorium op. 5“ von Heinrich Fidelis Müller und für das Hochamt am 2. Weihnachts-Tag die „Berühmte Papstoralmesse  in G“ von Karl Kempter vorgesehen. Können Sie uns zu diesen beiden Werken, die in unserer Kirche bisher noch nicht zu hören waren, etwas Näheres sagen?

 

Löffler: Ich bin diesen beiden Werken sehr verbunden. Zum einen durfte ich als junger Kirchenmusiker in meiner ersten hauptamtlichen Pfarrei Müllers Weihnachtsoratorium als meine erste CD-Produktion realisieren und kenne das Werk in all seinen Facetten. Es ist getragen von einer Schlichtheit und durchaus auch mit einem „volksfrömmischen“ romantischen Duktus, erreicht aber eine Tiefe, die den Vergleich mit den großen Oratorien der Geschichte nicht zu scheuen braucht. Karl Kempters Papstoralmesse ist – glaube ich – auch im Rheinland ein Begriff. Karl Kempter ist in meiner Geburtsstadt Burgau geboren, wir haben in Burgau eine Karl-Kempter-Gesellschaft gegründet, zu deren Präsident ich vor einigen Jahren gewählt worden bin. Die romantische pastorale Gestaltung dieser Messe lässt Weihnachten noch einmal zusätzlich als besonders herausragendes Fest im Kirchenjahr erscheinen.

 

Es ist leider ein nicht wegzudiskutierendes Problem, dass – von wenigen Ausnahmen abgesehen – alle Chöre große Nachwuchssorgen haben. Dies betrifft natürlich auch unsere Chöre. Ein Patentrezept hat sicherlich niemand zur Hand.Trotzdem die Frage: Was kann man tun, um neue Sängerinnen und Sänger für diese schöne Aufgabe zu begeistern.

 

Fraunholz: Ich denke, ein wichtiger Baustein, der ja auch in unserer Gemeinde schon verwirklicht wird, ist eine effektive Jugend- und Nachwuchsarbeit. Es gibt hier einen Kinderchor, geleitet von Regina Ermert; einen Jugendchor baue ich zusammen mit der Pfarrei St. Hubertus in Brück gerade auf. Wir haben gerade erst begonnen, uns jeden Donnerstag von 19 – 20 Uhr zu treffen und gemeinsam zu musizieren. Das Ziel ist, die jungen Leute für das Singen guter Musik zu begeistern und irgendwann später einmal den einen oder anderen in die Erwachsenenchöre zu integrieren und somit die Gruppen immer wieder von unten aufzufüllen. Darüber hinaus werden wir spezielle Projekte für unterschiedliche Zielgruppen anbieten (z. B. Inklusive, Integrative, interkulturelle Singstunden, spezielle Seniorenangebote usw.). Wichtig ist, dass alle Spaß und Freude an der Musik haben und dass es ihnen nach dem gemeinsamen Singen besser geht. Sie sind alle eingeladen, schauen Sie einfach einmal unverbindlich bei uns zu einer Schnupperchorprobe vorbei. Wir freuen uns, Sie kennenzulernen!

 

Das Gespräch führte Willi Ackermann (im Oktober 2014)