17 | 08 | 2017

Festival Paradise in the City 2016

Jelena berichtet von ihrer Zeit auf dem Festival Paradise in the City

 

Es ist nun fast ein Jahr vergangen, seitdem ich das Festival Paradies in the City in Łódź, Polen, im Sommer letzten Jahres besucht habe. Die Erfahrung ist unheimlich schwer in Worte zu fassen. Als junge Berufstätige und selbst ernannte Weltenbummlerin habe ich schon zahlreiche Konferenzen besucht und war von dieser Veranstaltung wahrlich fasziniert. Nicht nur die professionelle Organisation, sondern auch die Liebe fürs Detail, das gemeinschaftliche Gefühl und die vielen neugierigen Gesichter haben mich Fan werden lassen. Nicht verwunderlich also, dass ich mich dieses Jahr als freiwillige Helferin für das Festival „Welcome to Paradies“ in Hautcombe, Frankreich, angemeldet habe. Nun aber zurück zum Festival in Polen.

 

Das Festival ist angelehnt an den darauf folgenden Weltjugendtag in Warschau. Leider konnte ich dort selber nicht mehr teilnehmen, doch die fünf Tage in Łódź waren mindestens genauso bereichernd. Wie eben erwähnt habe ich keine Erfahrung mit christlichen Festivals. Nachdem ich ohne große Erwartungen angereist bin, wurde ich mit zwei bekannten Mädels aus der KHG in einer Zimmer beordert. Gleich am ersten Tag sind wir also als Dreierteam auf dem Festivalgelände aufgetaucht und haben uns einen guten Platz beim Auftaktgottesdienst gesucht. Meine Erwartungen wurden innerhalb von einer Stunde dermaßen hochgeschraubt, dass ich die restlichen Stunden und Tage kaum abwarten konnte. Die beiden Mädels haben zu der Stimmung beitragen, indem zur Musik getanzt und gelacht wurde. Ähnlich ging es weiter in den Workshops und Impulsvorträgen, die wir meistens drinnen in einer riesen Halle mit weiteren tausenden Jungendlichen angehört haben. Ich zähle mich mal zu den jungen Wilden, schließlich bin ich noch unter Dreißig ;-). Mit voller Freude ging es am Abend in unsere Unterkunft, erschlagen von unfassbar vielen Eindrücken und Menschen. Mit einem Abschlussgebet haben wir den Tag dann beendet, auch dieses Ritual ist neu und hat mir sehr gut getan. Fast wie auf Klassenfahrt hieß es am nächsten Morgen 7 Uhr irgendwas raus und auf zum Festivalgelände. Natürlich haben wir uns als Erste was zu Essen geschnappt und dann super Plätze in der Halle gesucht. Umgeben wurden wir diesmal von vielen Freunden aus Bonn und hauptsächlich Berlin. Ärgerlich bloß, dass wir keine deutsche Flagge dabei hatten um uns kenntlich zu machen. Ein zweites Mal machen wir den Fehler nicht mehr ;-). Nichtsdestotrotz konnten wir doch sehr viel Aufmerksamkeit auf uns ziehen, eigentlich war jeder Teilnehmer dabei nach links und rechts seine Nachbarn auszuchecken. In den Seminaren wurde es noch intensiver, wenn ein Paar oder Geistliche aus ihrem Leben berichteten und die paar Sitzreihen in Ehrfurcht zuhörten. Gerne würde ich euch sooo viele Inhalte schildern, aber das wird dann zu lang hier :D. Gerne berichte ich persönlich.

 

Wie auch an Tag 1 waren die folgenden Tage von Gebet, Lobpreis, Impulsvorträgen und freien Minuten und mehr geprägt. Das "mehr" könnte ich vielmehr in „meer“ umschreiben - ein Meer aus Gedanken, Stimmungen, Glaubenszeugnissen. Gerade die freien Minuten haben mir am meisten Kraft geschenkt. Ich höre gerne zu, beobachte, lasse alles auf mich einwirken und überlege dann abends vor dem Schlafengehen was mich so richtig berührt hat. Und da kamen gerade die kleinen Dinge zum Tragen - angezündete Kerzen, das Schreiben von Briefen zur Vergebung, das Gebet eines Freundes oder der Gesang vorne. Die Summe dieser Erfahrungen macht das große ganze, und da war vor allem Gott zu spüren. Ein Gefühl von Liebe hat diesen Raum erfüllt und jegliche Begegnung war voller Respekt und Demut. Selten habe ich erlebt von Menschen so positiv beeinflusst zu werden wie dort. Diese Hingabe zu Erleben inspiriert mich und lässt mich fragen, wie auch ich so ein Licht der Hoffnung werden kann. Jetzt werde ich schon etwas spirituell. Lasst euch aber gesagt sein: als auch Nicht-Christ, Suchender oder was auch immer (lasst uns doch vom Du, dem Menschen, sprechen) ist ein Besuch allemal eine Überlegung wert. Viele gesellschaftspolitische und ethische Themen wurden angesprochen und haben zur regen Diskussion beigetragen. Meistens konnte ich auch folgen, bis nicht am letzten Tag der Schlafmangel mich etwas zurückgeworfen hat.

 

Um bald ein Ende zu finden, kann ich sagen: ich bin froh diesen Schritt gemacht zu haben und mit bereichernden Erfahrungen zurückgekehrt zu sein. Der Alltag ist ähnlich wie zuvor, doch ein Fünkchen mehr Hoffnung und Wissen um ein Miteinander über Ländergrenzen hinweg bleibt. „Da wo zwei oder drei zusammenkommen, bin ich unter euch“, sagte Jesus einst. Auf Łódź trifft das auf jeden Fall zu. Hier möchte ich auch gegenüber dem Gastland, unseren netten Nachbarn, ein großes Lob aussprechen. Insbesondere zwei junge Polen waren super nett zu uns, als das Straßenverkehrssystem gegen uns gearbeitet hat. Da luden wir spontan zum Bierchen in der Stadt ein und die zwei kamen dazu. Mit dieser Begegnung schließe ich nun und kann nur ermutigen: let heaven come in 2017.

 

Eure Jelena

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