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Müll

Jeden Tag produziert die Weltbevölkerung nach Schätzungen rund 3,5 Millionen Tonnen Müll

Wenn sich am Verhalten der Menschen nichts ändert, werden es im Jahr 2100 täglich mehr als 11 Millionen Tonnen feste Abfälle sein, schreiben Forscher um Daniel Hoornweg im Fachjournal "Nature". Der Anstieg bei der Müllproduktion sei höher als der bei anderen umweltschädigenden Faktoren, Treibhausgase eingeschlossen, heißt es in dem Kommentar. Auf einigen Müllhalden etwa in China, Korea, Brasilien und Mexiko landeten mehr als 10 000 Tonnen Abfälle - täglich.

Deutsche haben ein ausgeklügeltes System zur Mülltrennung

Aber Müll vermeiden? Wir produzieren in Deutschland 617 Kilogramm Müll pro Kopf im Jahr – 130 Kilogramm mehr als EU-Bürger im Schnitt. Große Probleme machen dabei etwa Elektroschrott und Plastik. Plastik kann bis zu 500 Jahre brauchen, bis es komplett zersetzt ist. Doch wie kann man Müll vermeiden? Hier finden Sie 25 einfache Tipps und Fakten zur Müllvermeidung:

https://www.entega.de/blog/muellvermeidung-tipps

Müllvermediung als bewusste Entscheidung

Überlegen Sie bitte immer, bevor Sie etwas kaufen, was damit geschieht, wenn Sie es irgendwann mal nicht mehr brauchen sollten. Sie können mit Ihrem Konsumverhalten den „Müllberg“ beeinflussen, bevor er entsteht.

 

Unbrauchbar gewordene Materialien werden in unserer Gesellschaft in den meisten Fällen zu Müll, welcher unter dem Einsatz von zusätzlicher Energie entsorgt werden muss.

Dabei gibt es mehrere Verfahren mit dem Abfall umzugehen. Recyclingprozesse wie das Upcycling wirken sich daher positiv auf entsorgte Materialien aus, indem ihnen eine neue Funktion zukommt. Der Prozess des Downcyclings hingegen bewirkt die Umwandlung eines Produktes zu einem qualitativ schlechteren Endprodukt. Neben dem hohen Energieaufwand der nötig ist um Abfälle soweit aufzubereiten, dass diese erneut verarbeitet werden können, besteht bei diesem Recyclingprozess also die Gefahr, dass sich die Qualität der Materialien verschlechtert. 
(Quelle: www.feelgreen.de)

In der heutigen "Wegwerfgesellschaft", die sich dadurch auszeichnet, dass eher zu einem neuen Produkt gegriffen wird und "alte" Geräte gar nicht erst repariert werden bzw. immer schneller als "alt" gelten, obwohl diese noch voll funktionsfähig sind, wachsen die Berge an Abfällen kontinuierlich. Besonders problematisch sind dabei Produkte die bei der Verwertung ein Downcycling erfahren. Genau dies passiert in vielen Fällen mit unserem Plastikmüll, Papier, Glas oder Stahl. Oftmals können die herausragenden Eigenschaften der Materialien nicht erhalten werden. Im Fall von recyceltem Papier werden oftmals die Fasern verkürzt, sodass das recycelte Papier nicht mehr an die Qualität von neuem Papier heranreicht. Ähnliches ist beim Kunststoff der Fall. Hier muss häufig ein hoher Anteil an Primärrohstoffen hinzugegeben werden, damit das Material wiederverwendet werden kann. 
"Das Ende des Downcycling ist erreicht, wenn der Material- und Energieaufwand beim Recyceln eine neue Verwendung des recycelten Rohstoffes nicht mehr rechtfertigt. Bestenfalls kann dann noch bei der "thermischen Verwertung" (Verbrennen) der Energiegehalt genutzt werden." (Quelle: www.econcept.org)

Trotzdem gilt: Auch wenn die Qualität leidet, ist das Downcycling als Prozess des Recyclings nicht weniger wichtig als das Upcycling. Entscheidend ist - auch beim Downcycling kommt es zur Verwertung von Plastik, auch wenn die Qualität des Endproduktes weniger hoch ist, als beim Upcycling. Downcycling dient somit der Wiederverwertung von Rohstoffen und schont auf diese Weise die Ressourcennutzung und die Umwelt. Wie wichtig sämtliche Recycling-Prozesse sind, wird allein beim Problem mit den hohen Kunststoffabfällen deutlich. Plastik kann von Mikroorganismen nur sehr langsam zersetzt werden. Eine einzelne Kunststoffflasche benötigt alleine 450 Jahre, bis diese vollständig zersetzt wird. Plastik ist aus biologischer Perspektive also ‚inert‘, - sehr stabil und daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen. Mikroplastikpartikel werden zwar kontinuierlich kleiner, können aber nicht vollständig abgebaut werden. Insbesondere in den Ozeanen unserer Erde stellen diese Mikroplastikpartikel ein großes Umweltproblem dar. 

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