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Zentrum der Hoffnung im polnischen Lublin

Ein Hilfstransport wird in Lublin entladen.

Seit 1982 sammelt die Pfarrgemeinde Heilige Familie für das „Zentrum der Hoffnung“, eine Anlaufstelle für Bedürftige im südpolnischen Lublin. „Es gab damals eine Reihe von Hilfsaktionen für Polen“, weiß Msgr. Friedhelm Keuser, der die Initiative damals ins Leben gerufen und seitdem begleitet hat, zu berichten. „Als wir hörten, dass viele dieser Hilfsgüter nur die Hauptstadt, nicht aber die Provinz erreichen, beschlossen wir, unsere Hilfsgüter selbst und direkt nach Lublin zu fahren.“ In Lublin, dem Sitz des Erzbistums, wurden Kleider, Möbel, Geschirr, Medikamente, Spielzeug und oft genug Alltagsgegenstände dringend benötigt.

„Der damalige Erzbischof, Boleslaw Pylak, hatte gesagt, dass sie die Hilfe nur ertragen können, wenn damit persönliche Kontakte verbunden sind“, erzählt Friedhelm Keuser. „Das haben wir ernst genommen. In den 34 Jahren dürfte ich rund 40 Mal in Lublin gewesen sein.“

Im Oktober machte sich Friedhelm Keuser, der aus gesundheitlichen Gründen Lublin wohl nicht mehr besuchen wird, noch einmal mit einer kleinen Delegation auf die Reise. Während des dicht gefügten Programms, bei dem auch viele alte Weggefährten getroffen wurden, erinnerte man sich auch mancher Anekdote. „Während der Zeit des Kommunismus hatten wir, um unbehelligt über die Grenze zu kommen, immer einen Karton mit allerlei Dingen auf dem Beifahrersitz. Das klappte mit den polnischen Grenzsoldaten auch ganz gut, denn die hatten Uniformen mit weit geschnittenen Hosen, wo sehr viel „verschwinden“ konnte. Die DDR-Grenzer waren da deutlich schlechter dran, denn deren Uniformen waren enger geschnitten. Das klappte trotzdem sehr gut. In all den Jahren wurden wir nur ein einziges Mal aufgefordert, den LKW vollständig auszuräumen. Und als wir alles wieder einpackten, fehlte nur eines: Die Kiste mit dem Messwein!“

Viele Initiativen der Pfarrgemeinde Heilige Familie gingen über das Sammeln von Hilfsgütern hinaus: Es gab Menschen, denen das Leben gerettet wurde, weil durch Spenden aus der Heiligen Familie eine Krankenhausbehandlung in Deutschland ermöglicht wurde; der Aufbau des ersten Caritas-Verbandes in Polen, der dann als Vorbild für andere Verbände im Land diente; das dringend nötige Aufstocken des Priesterseminares um eine Etage. So sagte denn auch der amtierende Erzbischof von Lublin, Stanislaw Budzik, während des Treffens in seinem Haus dankbar: „Ihr Name ist in Lublin wohlbekannt!“

Auch wenn sich in Lublin vieles zum Besseren gewandelt hat, so gibt es immer noch, genau wie in Deutschland, Menschen in großer Armut. Deshalb ist es wichtig, dass die Hilfe für das Zentrum der Hoffnung in Lublin fortgeführt wird. Der nächste Transport soll im Frühjahr stattfinden; der genaue Termin wird noch bekanntgegeben.

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