Das Sakrament der Versöhnung

Beichte

 

Der Heilige Augustinus schreibt über die Sünde, sie sei „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“. Das klingt kompliziert, jedoch kennen wir alle das belastende Gefühl, wenn wir lieblos, egoistisch, rücksichtslos gegen Andere handeln. Wir kennen das Gefühl der Unausgeglichenheit, wenn wir innerlich zerrissen sind und nicht zur Ruhe kommen können. Auch das Gefühl, nicht mehr zu wissen, woher wir kommen und was Gott mit unserem Leben zu tun hat, bringt Unruhe in unser Leben. Bei all diesen Fragen kann ein vertrauliches Gespräch mit einem Geistlichen guttun. Es kann in ein Beichtgespräch münden, um den Zuspruch zu enthalten, dass Gott sein Ja zu mir nicht zurückzieht, sondern seine Liebe mich weiter umfängt.

 
Wir bieten Beichtgespräche nach Absprache an, Sie können uns jederzeit darum bitten. In der Fasten- und Adventszeit feiern wir in allen Kirchen eine „Feier der Versöhnung“ – keinen „Bußgottesdienst“, denn die Versöhnung, nicht die Buße, steht im Vordergrund. Hierzu ist jeder herzlich eingeladen. Nach diesen Gottesdiensten gibt es die Gelegenheit zum persönlichen Beichtgespräch.

 
Hier sind einige Fragen zum Weiterdenken:

• Wie zeigt sich konkret meine Liebe zu den Menschen?

• Wem gegenüber lasse ich es an Gesten der Zuwendung fehlen?

• Wie verbinden sich bei mir Gottesliebe und Nächstenliebe?

• Worauf gründet meine Frömmigkeit?

• Inwieweit helfe ich persönlich den Notleidenden um mich herum, den Notleidenden in der Welt?

• Bleibe ich als Helfender demütig oder treiben mich Hochmut und Stolz?

• Wie steht es um mein Gottvertrauen, meine Gelassenheit, wenn meine Pläne misslingen?

• Welchen Stellenwert besitzt das Gebet in meinem Leben?

• Spüre ich Gottes Hilfe in meinen Bemühungen?

• Wie stark ist mein Glaube, meine Hoffnung in einer unbegreiflichen Welt?

 

Es gäbe noch viele Fragen, die das Fehlen von Liebe aufdecken können…

 


In der Enzyklika „Deus Caritas Est“ (Nr. 18) schreibt Papst Benedikt XVI.: „Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar: Es ist nur ein Gebot. Beides aber lebt von der uns zuvorkommenden Liebe Gottes, der uns zuerst geliebt hat. So ist es nicht mehr ‚Gebot’ von außen her, das uns Unmögliches vorschreibt, sondern geschenkte Erfahrung der Liebe von innen her, die ihrem Wesen nach sich weiter mitteilen muss.

Liebe wächst durch Liebe. Sie ist ‚göttlich’, weil sie von Gott kommt und uns mit Gott eint, uns in diesem Einungsprozess zu einem Wir macht, das unsere Trennungen überwindet und uns eins werden lässt, so dass am Ende ‚Gott alles in allem’ ist (vgl. 1 Kor 15,28).“

 

Ein Gebet aus dem Gotteslob:

Herr, du liebst mich von Ewigkeit,

du hast mich gewollt und gerufen, wartest auf mich.

Es ist nicht gut, dass ich dich verletze

und die Menschen, mit denen ich zusammenlebe.

Ich will neu beginnen im Vertrauen auf deine Liebe.

Ich will versuchen, deinen Willen zu tun

und gut zu sein zu den Menschen, die mich brauchen.

Amen.