Ökumene

Die Ökumene ist in den Gemeinden des Pfarrverbands unterschiedlich ausgeprägt und derzeit auf die Gemeinschaft mit der evangelischen Kirche beschränkt. In Sinnersdorf und Stommelerbusch finden regelmäßig gemeinsam Aktionen statt. In Stommeln wird die Ökumene traditionell in besonders vielen Facetten gelebt und von einem Ökumeneausschus gesteuert. Jenseits der Konfessionen sind ausgesprochen lebendige christliche Gemeinschaften entstanden, ohne die das Gemeindeleben substanziell an Vielfalt und die Kirchen an Ausstrahlung verlieren würden.

Zu den Menschen und in die Familien dringt die Ökumene vor allem durch Veranstaltungen wie dem Ökumenischen Dorffest, der Kinderbibelwoche, den Erntedankfesten, gemeinsamen Gottesdiensten etwa an den Osterfeiertagen und in Stommeln durch das LevvensLädche, das neben fairen Produkten auch Diskussionsforen bietet. Zudem kommen die Christen bei Vorträgen, Bibelkreisen, in Chören oder Frühschichten zusammen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Kooperationen in Diakonie und Caritas: bei der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, aber auch bei gesellschaftspolitischen Aktionen wie „Putzen gegen Rechts“, der Aufräumaktion gegen Nazi-Schmierereien. Durch die dogmatischen Anforderungen der Kirchen stellen sich im Alltag immer neue Herausforderungen. Auch in unserem Seelsorgebereich gibt es eine Vielzahl interkonfessioneller Ehen oder wiederverheiratete Geschiedene. Wie umgehen mit dem vielfach vorhandenen Wunsch nach gemeinsamen Riten bei interkonfessionellen Anlässen und nach der Mahlgemeinschaft? Gerade hier stoßen die Pfarrer beider Konfessionen oft an die Grenze ihrer Überzeugungen oder rechtlichen Möglichkeiten.

Diese für uns Christen unbefriedigende Lage erfordert ein Höchstmaß an Respekt und Akzeptanz im Umgang miteinander, um einen Weg zwischen oft starren
Kirchenlehren und gewünschter christlicher Urgemeinschaft zu finden. All dieser Umstände bewusst, betrachten wir die Einheit der Christen und das gemeinsame Abendmahl als das höchste Ziel, so wie es die Bibel und das Zweite Vatikanische Konzil lehren. Im Selbstverständnis der Nachfolge Christi wollen wir den Glauben im Geiste der frohen Botschaft und der Vielfalt erneuern und vertiefen. Und das wo immer es geht in ökumenischer Gemeinschaft mit allen christlichen Kirchen.